Graham Waterhouse, 2010

Next concerts / Nächste Konzerte

1 May 2016, 3pm
Whittall Barn, Gloucestershire, UK

ANERN STRING TRIO – WATERHOUSE TRIO

Henry Purcell: Overture to “Ode to St Cecilia’s Day”
Waterhouse: Zeichenstaub für Streichtrio (2010)
Waterhouse: Epitaphium für Streichtrio (2007)
Waterhouse: String Sextet, op. 1 (1979/2013)

28. August 2016, 18 Uhr
Kloster Arnstein, Pilgersaal

Shakespeare zu Ehren

Beethoven: Klaviertrio c-Moll, op. 1 Nr. 3 (1795)
Waterhouse: Bells of Beyond für Violine, Violoncello und Klavier (2013)
Mendelssohn: 2. Klaviertrio c-Moll, op. 66 (1845)

Klaviertrio Hannover
Lucja Madziar, Violine
Christine Balke, Violoncello
Katharina Sellheim, Klavier

dazu die Vorschau des Festivals Gegen den Strom

Did you know …
… that composer Graham Waterhouse was the cellist in a performance of his string trio Zeichenstaub at his former school, playing the U.K. premiere with two members of the Münchner Philharmoniker? (19 April 2013)

… that Epitaphium, composed for string trio by Graham Waterhouse, is performed today in Wigmore Hall in a memorial concert for his father, the bassoonist William Waterhouse? (16 April 2011)


Recent works / Neue Werke

2016

Music of Sighs

Music of Sighs nach James Joyce, for mezzo-soprano and ensemble
Music of Sighs (Musik der Seufzer) nach James Joyce, für Mezzosopran und Ensemble

  1. Bulbulone (Finnegans Wake)
  2. Arise (Chamber Music # 14)
  3. Buzzard (Finnegans Wake)

UA 24. April 2016, München

de Die Komposition vertont Texte von James Joyce, aus "Chamber Music" und aus "Finnegans Wake", die eine große Bandbreite zwischen zart-lyrisch und frenetisch-absurd bieten.

Die erstaunliche, virtuose Verwendung von Sprache in "Finnegans Wake“ ist gleichzeitig eine Herausforderung und eine Inspiration für den Komponisten. Die herkömmlichen Parameter von Zusammenhang und Bedeutung sind hier irrelevant. Jede Silbe, jedes Wort, jede Phrase ruft neue Assoziationen hervor. So wie bestimmte Töne und Akkorde ihre eigenen Obertöne erklingen lassen, so wurde Joyces Vorstellung durch den Klang, die Schreibweise, den Rhythmus bestimmter Worte in Bewegung gesetzt. Die Phrase „I hypnot“ kann man as "I hope not“, als „I hype not“, oder sogar als „I hypnotise“ verstehen. Mir war es ein Anliegen, Joyces explosive, impulsive, retrospektive Art, mit Worten umzugehen, in musikalischen Gedanken zu uebertragen. Dies hat zu einigen ziemlich abstrusen und weithergeholten Compilationen geführt, vom Klang wie auch von Harmonie her. Das Gedicht "Arise“, aus "Chamber Music", ist dagegen regelrecht lyrisch und fast sentimental in Ausdruck. Aerdings ist man nie ganz sicher, ob vielleicht ein Quentchen Sarkasmus unter der friedlichen Oberfläche steckt.

Hinx, Minx

Hinx, Minx, song cycle on nursery rhyme texts
Hinx, Minx, Liederzyklus auf Kinderreime

  1. Sing, sing
  2. Anna Elise
  3. Hector Protector
  4. Hinx, Minx
  5. Solomon Grundy
  6. Chinese counting

UA 28. Februar 2016, Hombroich

en Hinx, Minx is a song cycle for mezzo-soprano and cello of six settings of English nursery rhymes. The pieces were written in early January 2016 for a concert at the Museumsinsel in Hombroich in February 2016 with the mezzo-soprano Eva Vogel and the composer. The texts were drawn from the Oxford Dictionary of Nursery Rhymes and combine well-known rhymes such as Hinx, minx with obscurer ones such as Solomon Grundy.

Each is quite different in character and this is reflected in the way that the voice and the cello interact. In no. 1 the cello and voice mock each other in teasing imitation. In no. 2 the cello strums a moto perpetuo pizzicato accompaniment to the repetitive metre. In no. 5 the voice and cello move in almost parallel over the inexorable pulsating c string (left Hand pizz.) which signifies the passing of time.

The music reacts delightedly to the absurd and far-fetched images, rhymes and illiterations. When Jumping Joan becomes a ghost, one wonders if it is Joan of Arc that is meant. And the ludicrous-sounding words of Chinese Counting find utterance in fleeting, Tarantella-like rhythm.

de Englische Kinderreime aus dem 17. bis 19. Jahrhundert bezogen sich oft auf historische, politische oder soziale Themen. Zu einer Zeit, in der viele nicht schreiben oder lesen konnten, boten solchen Reime oft einen Einblick in aktuelle Ereignisse und Gegebenheiten. So verlaufen die Texte oft zweigleisig, auf unterhaltsamer “nonsense” Ebene für Kinder, doch mit hintergründiger Botschaft. So erfahren wir von Hector Protector, der vielleicht ein Intrigant, ein sozialer Aufsteiger oder Politiker aus dem 17. Jahrhundert war, dass er sich für seine königliche Audienz fein kleidete, aber dennoch keinen Erfolg bei den Royals hatte, oder von Solomon Grundy, der so schnell Karriere machte, dass sein ganzes Leben sich in einer Woche abspielte. In diesem Lied symbolisiert die Bass-Trommel das Vergehen der Zeit. Wenn Jumping Joan zum Gespenst wird, fragt man sich, ob Jeanne d’Arc damit gemeint war. Das unsinnige "phoney Chinese" ist mit Tarantella-Rhythmen vertont. 

L. A. Duophony

L. A. Duophony for two violins
L. A. Duophony für zwei Violinen

UA 27. Februar 2016, Gilching

de L.A. Duophony für zwei Violinen wurde im Sommer 2015 zum 70. Geburtstag von Lucy Akehurst, einer bekannten und geschätzten Geigenlehrerin aus Birmingham geschrieben. Das L.A. des Titels bezieht sich auf sie, aber auch auf Los Angeles, wo ich mich im Frühjahr 2013 aufhielt. Neben der Getty Sammlung, den Palmen von Beverley Hills und dem endlosen Strand in Santa Monica blieb mir ein einsamer, etwas verwahrloster südamerikanischer Trommler in besonderer Erinnerung. Er trotzte dem ungeheuren Strassenlärm auf der abgasverrauchten Vine Street und trommelte inbrünstig seine Rhythmen zwischen den hohen, Bürohäusern. Auf seiner Bongo-artigen Trommel schlug er unregelmäßige Zweier- und Dreiergruppen, wie man sie von bulgarischer oder rumänischer Volkmusik kennt.

Es war mir zunächst unmöglich, ein Muster in den Rhythmusfolgen zu erkennen. Nach einer Weile war jedoch folgendes Schlagmuster herauszuhören: 2-3-2, 2-2-3-2. In meiner Vorstellung passte es als Sinnbild der unstete Rastlosigkeit dieser pulsierenden Stadt. Darauf bezieht sich der Rhythmus in L.A. Duophony. Die melodischen Motive verteilen sich gleichermaßen und nahtlos auf die beiden beiden Violinen. In einem ruhigeren Mittelteil wird die Linie eher sehnsüchtig und nachdenklich, begleitet von geschrammelten Pizzicati. Am Schluss kehrt die Intervallfolge der eröffnenden Pizzicatofigur wieder; die Linien kreuzen sich wie im zickzack, bevor das Werk mit schroffen, bitonalen Akkorden abschließt.

2015

De Natura

De Natura (Of Nature), song cycle for tenor and string quartet
De Natura (Von der Natur), Liederzyklus für Tenor und Streichquartett

  1. Hymn to Helios – anon. (1st century BC)
  2. The Moon – Charles Best (1608)
  3. On a Nightingale in April – William Sharp (ca 1890)
  4. The Amphisbaena – A.E. Housmann (ca 1920)
  5. Saint Hugh – Thomas Dekker (ca 1630)

UA 1. November 2015, München

Incantations

Concerto da camera, Chamber concerto for piano and ensemble
Concerto da camera, Kammerkonzert für Klavier und Ensemble

  1. Canto 1 – Moderato e Maestoso
  2. Canto 2 – Allegro mosso
  3. Canto 3 – Adagio
  4. Canto 4 – Vivace assai subito
  5. Canto 5 – Poco più mosso

UA 26. März 2015, Birmingham