Werke
Als Komponist wie auch als Cellist fühlt sich Graham Waterhouse am meisten zur Kammermusik hingezogen.Werkliste
Eine Liste aller Werke, gegliedert nach ihrer Besetzung, ist als pdf verfügbar.
Works
As a composer as well as a cellist,Graham Waterhouse is mostly drawn to chamber music.
Works List
A list of all works, according to instrumentation, as available as a pdf.
Werke für Cello und Sprache liegen dem zweisprachigen, literarisch interessierten Künstler besonders. Seine Anregungen bezieht er oft aus Literatur und Dichtung. Genaue Kenntnis des Klangcharacters und der spieltechnischen Möglichkeiten verschiedener Instrumente befähigt ihn, ungewöhnliche Klangvorstellungen praxisnah zu realisieren. Dabei bekennt er sich zur Harmonie als treibender und formaler Kraft eines Stückes. Der Kammermusik gehört seine besondere Vorliebe, weil sie ihrer Natur nach als Dialog zu verstehen ist, als Wechselrede von Solisten, die sich sorgfältig aufeinander eingehört haben, und weil sie zu struktureller Transparenz und formaler Verdichtung herausfordert. Die Klarheit der Struktur, das Spiel und Widerspiel der formalen Kräfte, die logische Entwicklung des thematischen Materials, die Ballungen und Verästelungen sowie die Abfolge von Spannung und Entspannung bestimmen die Aussage einer Komposition. Graham Waterhouse greift dabei auch auf traditionelle Formmodelle zurück wie den Sonatensatz und kontrapunktische Formen.
Verlage | Publishers
Viele Werke wurden veröffentlicht durch die Verlage Hofmeister (Leipzig) und Lienau und Zimmermann (Frankfurt am Main) und sind dort gut dokumentiert. Die Verlagsgeschichte der Frankfurter Verlage bekennt: „Lienau setzt u.a. auf zeitgenössische Komponisten wie Graham Waterhouse und Ivan Shekov.“
Accolade (Warngau) veröffentlichte 2009
Phoenix Arising und Bright Angel.
Einzelwerke erschienen bei Peacock Press, im Musikverlag Christofer Varner und in Heinrichshofen's Verlag (Wilhelmshaven), dort 2009
Das Hexen-Einmaleins.
Viele Werke sind in bedeutenden Bibliotheken verfügbar, z.B. in der
Deutschen Nationalbibliothek.
Wesentliche Werke | Essential Works
Wesentliche Werke, ihre Uraufführungen (UA, Premiere), CD-Verfügbarkeit, Anmerkungen des Komponisten und Kommentare anderer sind im folgenden aufgeführt, von den aktuellsten Werken zu älteren, Werke der Jahre 2010 2009
2008
2007 2006 2005
2003 2002 2001
1999 1998 1997
1996 1995 1992
1991 1990 1989
1985 1984 1982 1981
1979 1978.
Manchmal weicht die Zeit der Entstehung von der Zeit der Uraufführung oder Veröffentlichung ab.
Anmerkungen des Komponisten erscheinen in der Regel erst in seiner Muttersprache englisch en, dann deutsch de, manchmal nur englisch oder nur deutsch.
2010
Zeichenstaub für StreichtrioUA 18. September 2010 in Arnstadt
Der Schimmelreiter für Violoncello und Klavier nach der Novelle von Theodor Storm
UA 3. Oktober 2010 in München
Der Werwolf nach dem Gedicht von Christian Morgenstern für Violoncello und Sprechstimme
UA 24. Juli 2010, Essen-Werden
The Banshee nach der Übertragung von Christian Morgensterns Gedicht Der Werwolf von Max Knight, für Violoncello und Sprechstimme
UA 24. Juli 2010, Essen-Werden
Ballu Freyta für Streichorchester und Tamburin
UA 18. Juli 2010
Theme Normand für Bläserensemble und Kontrabass
UA 4. Juli 2010, München
de: Das Stück ist eine Bearbeitung des Trios Variations sur un Thème Normand.
en: The piece is an arrangement of the trio Variations sur un Thème Normand for wind ensemble and double bass.
UA 2. Juli 2010, Starnberg
de: Das Stück ist ein Nachfolgewerk von Montague's March, ist jedoch weniger deskriptiv, sondern lyrischer gehalten.
en: The piece is a successor of Montague's March, but more lyrical, less descriptive of the sounds of a steam engine.
I Andante maestoso UA 27. Juni 2010, Idstein
II Andante, ma energico
de: Das kurze vierstimmige Werk ist für den Gebrauch im Gottesdienst geeignet. Es besteht aus zwei Teilen, die auch unabhängig benutzt werden können. Bei der ersten Aufführung wurde Teil I von Streichern colla parte mitgespielt und umrahmt von
GL 530,4 (nach D-Dur transponiert).
Das Werk ist als pdf verfügbar.
Im Gebirg nach Hans Krieger für Altstimme, Altflöte, Violoncello und Klavier
UA 11. April 2010, München
Gleichmütig trägt er der Berg
die Silberdisteln im Haar
er zählt sie nicht nach
dreißig fehlen ihm schon
für sie wird die Erde verraten
Dem Licht merkt man nichts an
Wie es seidenblau
niedersinkt in die Täler
wie es die Hänge beatmet
unbeirrt von Schatten der Wolke
Lautlos die Dohlen
gleiten gelassen im Wind
nichts ist ihnen geschehen
noch ist ihm zu trauen dem Frieden
wie lange weiß keiner.
en: The work is based on the dark and richly symbolic poem „Im Gebirg“ (In the Mountains) by the eminent Munich Lyricist, Hans Krieger. From the moment the poet first read me one of his most recent poems, "Im Gebirg", over the telephone, I had a fairly clear image of the sound world, of the harmonies and types of expression I wished to create in this piece. The rich imagery and the particular colour of the words conjoured a vision of the stark Alpine mountain panorama. I decided on the darker, grittier (herb, sandiger) sonorities of the alto flute alongside the cello and alto voice. It was brooding on these thoughts whilst skiing in cloudy weather in the French Alps that the work first began to take shape.
Just as the mountains seem to have layers of life - from the bustle of the valley floor, through the pine forests up to the silent, sparse and scraggy summit, devoid of flora and fauna, so I imagined this piece to be constructed with different "levels". The Alto voice part was written first, together with the harmonic structure (based largely on static, harmonic "pedal-notes") and plans for the rise and fall of tension. The instruments, especially the piano, often play in extremes - either in altitudinous heights, or very low. The Cello and Alto flute are thematically closely linked to each other. An undulating triplet/duplet rhythm (heard at the outset in the piano) acts as a kind of Leitmotiv throughout the entire work, a unifying factor within the constantly changing Alpine landscape.
UA 1. August 2010, Preston, UK
Gyrations für Streichorchester
UA 28. März 2010, Highgate, London
2009
Rumpelstilzchens Lied und Tanz für Violine und KlavierRumpelstilz for violin and piano
UA 31. Januar 2010 in Gräfelfing mit Valerie Steenken, Violine, und Graham Waterhouse, auf YouTube
en: The work was composed for the competition Jugend musiziert.
Valerie Steenken (violin) was awarded a First Prize in the 47th Regional Competition in Munich.
de: Das Werk wurde 2009 für die elfjährige Valerie Steenken aus München komponiert, die es im Januar 2010 beim Wettbewerb Jugend musiziert uraufgeführt hat. Sie erzielte im Regionalwettbewerb in München einen 1. Preis mit Weiterleitung.
Die Märchengestalt der Brüder Grimm ist bekannt für den Vers „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß“. Weniger bekannt ist, dass Rumpelstilzchen auch singen und tanzen konnte, und nicht nur aus Wut. Der erste Teil - Adagio – ist eher lyrisch gehalten, der zweite – Allegro – bringt bewegte, schroffe Intervalle und Seitenwechsel-Figuren ins Spiel.
Das Werk ist von mittlerem Schwierigkeitsgrad, geeignet für fortgeschrittene Jugendliche, aber auch für Studenten und für den Konzertgebrauch.
Montague's March für Violoncello und Klavier
de: Das Werk wurde 2009 für den fünfjährigen Jacob Waterhouse geschrieben. Er spielte es erstmals öffentlich im 47. Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ im Januar 2010 in München-Süd, am Klavier begleitet von Graham Waterhouse.
Montague ist der Name einer personifizierten Dampflok aus den "Thomas the Tank Engine"-Geschichten. Im Laufe des Stückes werden einige Dampf-Geräusche imitiert sowie das Pfeifen, Zischen, Schnauben und schroffe Schläge, wenn sich die Maschine in Bewegung setzt. Auch die Beschleunigung und die Fahrt mit Volldampf sind musikalisch umgesetzt.
Das Werk ist besonders für junge Cellisten gedacht, die 1 bis 2 Jahre Erfahrung am Instrument haben.
de: Fantasia sopra „Es ist genug“ wurde 2009 geschrieben für zwei Cellistinnen am Edith Stein Gymnasium, die das Werk beim Weihnachtskonzert in der St. Bonifazkirche, München, zum ersten Mal aufführten. Das Thema ist der Arie des Elias aus Mendelssohns gleichnamigem Oratorium entnommen, es wird im Laufe des Stückes zitiert und von frei gestalteten Passagen umrahmt. Das thematische Material ist auf beide Instrumente gleich verteilt. Zu beachten ist, dass das Thema nahtlos von einem Instrument zum anderen übergeht.
Leicht bis mittelleicht (bis 4. Lage)
Gestural Variations op. 43c für Flöte, Violoncello und Klavier
4. Fassung von Gestural Variations
UA 20. Dezember 2009, München
Canto Notturno für Klaviertrio
UA 13. Dezember 2009, München
en: Cast in a single movement, this work has three sections - roughly slow, fast, slow. It opens with dark, mysterious clusters low in the piano, superimposed by high strings moving in parallel and restless rhapsodic lines in the piano's middle range. This combination of sounds establishes the mood and harmonic language and recurs at intervals throughout the piece.
The fast, central section is a kind of night-marish moto-perpetuo using repeated sixteenth notes and piled up clusters of chords. String techniques of ricochet bowing, glissandi and harmonics add to a timbral spectrum. The work closes with elements heard at the outset - high ethereal strings against the deep clusters at the lowest end of the piano.
During the writing of this work the emphasis was not on thematic development or on "programmatic" allusions. Rather the contrasting sonorities of the three instruments, often in extremes, are combined much in the same way an artist applies and mixes colours in a painting.
premiere July 22, 2009, Birmingham, UK, Annual Conference of the International Double Reed Society
en: "The Akond of Swat" takes its title from the well-known poem from the "Book of Nonsense Poetry" (1877) by the Victorian Poet, Edward Lear. The author paints a truly fantastical and quite Romantic picture of this
Muslim religious leader, though it is unlikely the he would have known anything about him.
Lear displays his accustomed virtuosity with words, using outrageous rhymes, and drawing upon a wide range of references covering the
boistrously inquisitive ("Is he wise or foolish, young or old?"), philosophical ("Does he study the wants of his own dominion?") to the down-right ridiculous ("Does he like new cream, and hate mince-pies?"). Some of the rhythms and alliterations, as well as the slightly brash, abrasive tone of the poem are mirrored in the music.
The two bassoons, with their subtely different timbres share the discourse and operate variously in tandem or opposed to each other. Towards the end of the work the closing line of the poem ("Some one, or nobody, knows I wot, Who or which or why or what is the Akond of Swat") is quoted by the players. A final flourish closes the work, using the ever-present, syncopated "Leitmotiv" which permeates the entire work and is itself a musical transliteration of the words "Akond of Swat". A slow introduction introduces the two protagonists reed instruments,
juxtaposing them to demonstrate their particular sound qualities before combining them. A faster section follows, which eventully culminates in an outlandish "Cadenza" where the two bassoons seem to taunt each other at the top end of their respective spectrums.
The Tenor Bassoon was made to order by Guntram Wolf for Richard Moore and makes its very first appearance as a concertante chamber-music instrument in this piece.
UA 19. Juli 2009 München
en: This concise work of 76 bars was originally conceived for the funeral service of William Waterhouse (1931-2007), but remained unperformed. The opening theme has an archaic, plain-song aspect. The harmonic language is coloured by the "perfect" intervals of fourth, fifth and octave, often coinciding with the open strings and natural harmonics. Later there are dove-tailing "cadenza" passages, as well as pizzicato episodes. Contained within is a hidden reference to the "Requiescant in pace" motive from Britten's War Requiem (the first performance of which WRW participated in). The music fades away with an augmented version of the opening theme in the high register of the violin, accompanied by patterns of fifths on natural harmonics and bell-like pizzicato chords.
de: Epitaphium, ein knappes Werk von 76 Takten, wurde ursprünglich für die Trauerfeier von William Waterhouse (1931-2007) komponiert, blieb aber unaufgeführt. Das eröffnende archaische Thema erinnert an Gregorianischen Gesang. Die harmonische Sprache ist von „reinen“ Intervallen geprägt (Quarte, Quinte, Oktave), die oft mit den leeren Saiten und natürlichen Flageoletten übereinstimmen. Später erscheinen einander überlagernde „Kadenz-Passagen“ sowie Pizzicato-Episoden. Als verstecktes Zitat erscheint das Motiv „Requiescant in pace“ aus Britten's War Requiem (in dessen Uraufführung W. Waterhouse mitwirkte). Die Musik klingt aus mit einer sehr gedehnten Version des Eröffnungsthemas in der hohen Lage der Violine, begleitet von kreisenden Flageolett-Quinten und Glocken-artigen Pizzicati.
2008
Phoenix Arising Tribute to William Waterhouse, for bassoon and pianoPremiere 9 January 2009 London
DEA 24. April 2009 Berlin
publ: 2009 Accolade
en: The writing of Phoenix Arising was coloured by thoughts of WILLIAM WATERHOUSE* - of his phenomenal energy, his restless intellectual curiosity, as well as his deep conviction in the broad expressive possibilities of “his” instrument. The piece celebrates the unique tonal qualities of the bassoon and the lyrical and the virtuoso elements of both instruments (the piano was also a favoured instrument of WW, indeed the piano section of his library outspanned any other). In general the two instruments complement and support each other, the timbres being integrated, rather than being set off against each other. A further point of departure was the Phoenix legend. According to the ancient Greeks, the earth-bound fledgling arose from the swamps to become a fully-fledged Phoenix and symbolize longevity of life.
The bassoon opens the work at the lowest end of the spectrum, eventually working up to top “e” over rising, bi-tonal piano arpeggios, a combination which returns at the end of the piece. The middle section employs a variation technique remembered from Boeddecker's Sonata sopra la Monica (Strasbourg, 1651), a work performed by WRW in earlier years. The bassoon part weaves in and out of "harmonic patterns" laid down on the keyboard.
Integrated within are WRW's favoured arpeggios of fourths, his long, visceral, low "B-flats", as well as his typical 'warm-up' flourish in "32nds" from top to bottom - coined so as not to be imitable by his colleagues! Before the final "Toccata-like" section, there is a "cantabile" section, in which the bassoon aspires to a voice-like role, expressly claimed by WW as an ideal for wind players to strive for.
The work was commissioned by the Park Lane Group, London, in memory of William Waterhouse and was first performed on 9th January 2009 at the PLG series in the Purcell Room, London by Rosemarie Burton (bassoon) and Christopher White (piano). The first performance in Germany was given at the Symposium of the "Deutsche Gesellschaft für Oboe und Fagott" in Berlin on 24th April 2009 by the same artists.
* WILLIAM WATERHOUSE (1931-2007), bassoonist (member of Melos Ensemble, London Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra), co-founder of British Double Reed Society, teacher (RNCM) and scholar of his instrument (Groves, Langwill Index), was the composer's father and this piece was written as a tribute to his memory.
de: Phoenix Arising wurde im Gedenken an WILLIAM WATERHOUSE* komponiert. Seine Energie, seine unermüdliche intellektuelle Neugier und seine tiefe Überzeugung von der expressiven Cantabile-Möglichkeit seines Instrumentes finden Ausdruck in diesem Stück. Die lyrischen und virtuosen Elemente der beiden Instrumente Fagott und Klavier ergänzen einander.
Die Phoenix-Legende, ein alter griechischer Mythos, diente ebenfalls als Inspiration. Sie erzählt von dem kleinen erdgebundenen Jungvogel, der mit der Zeit als prächtiger Phoenix aus den Sümpfen emporsteigt – ein anerkanntes Symbol für Langlebigkeit.
Das Fagott beginnt im tiefen Register und erhebt sich, den Phoenix nachahmend, allmählich bis zum hohen „e“. Dazu spielt das Klavier eine Reihe aufsteigender bitonaler Arpeggien, eine Kombination, die zum Schluss in erweiterter Form zurückkehrt.
Im zentralen Teil wird die Variationstechnik aus Boeddeckers Sonata sopra la Monica (Straßburg, 1651), einem von W. WATERHOUSE wieder entdeckten Stück, verwendet. Gegen ein harmonisches Muster im Klavier webt die Fagottstimme zunehmend ornamentierte Passagen.
Eingearbeitet sind WRWs unverkennbare Arpeggien in Quarten, lange tiefe B’s, sowie seine charakteristische Einspielübung in "Zweiunddreißigsteln", so gestaltet, dass den Kollegen das Imitieren erschwert wurde. Vor dem letzten Toccata-artigen Abschnitt übernimmt das Fagott in einer Cantabile-Passage eine ausgesprochen gesangliche Rolle. WILLIAM WATERHOUSE hat immer ausdrücklich die menschliche Stimme als Vorbild für das Spielen empfohlen.
Das Werk wurde von der Park Lane Group, London, im Andenken an WILLIAM WATERHOUSE in Auftrag gegeben. Die Uraufführung fand am 9. Januar 2009 in London statt im Rahmen der "PLG Series" im Purcell Room mit ROSEMARIE BURTON (Fagott) und CHRISTOPHER WHITE (Klavier). Dieselben Künstler spielten die deutsche Erstaufführung beim Symposium der Deutschen Gesellschaft für Oboe und Fagott in Berlin am 24. April 2009.
* WILLIAM WATERHOUSE (1931-2007), Fagottist (Mitglied des Melos Ensemble, London Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra), Mitbegründer der British Double Reed Society, Lehrer (Royal Northern College of Music) und Musikwissenschaftler (Groves, Langwill Index), war der Vater des Komponisten, und das Stück wurde zu seinem Andenken geschrieben.
premiere: Brigham Young University, Provo, Utah, USA
International Double Reed Society Conference 2008
publ: 2009 Accolade
en: "Bright Angel" was written for the IDRS Conference 2008 in Provo, Utah, where it received its first performance given by Michel Bettez, Richard Ramy, Richard Moore and Henry Skolnick under the direction of the composer. In keeping with the American setting of the Congress, the title refers to a piece of American lore. "Bright Angel", the name of a trail in the Grand Canyon, stands for impressions of a hike which the author took from the North Rim into the gorge of the Colorado and up to the South Rim in 1972, aged 9, with his father William Waterhouse (1931-2007) during the latter's year spent at Indiana University.
The piece tries to reflect a sense of wonder and awe at both the majesty and the brutality of Nature. Some of the contours (or recollections of them) are mirrored in the variously undulating and jagged lines. Also recalled during the composition were the perpetually shifting vistas, as well as the toil of tramping out the dusty trail, stumbling over boulders, cowering during a storm.
The musical material is mostly contained within the opening motive, first heard as a solitary voice, before recurring over a wide-spanning
accompaniment of arpeggios. The slow, reflective introduction gives way to a faster section, based on an energetic, pulsating rhythm. It is to the tranquil mood of the opening that the work eventually returns, closing on an unresolved chord, to capture the eternity of the Canyon.
de: Das Werk wurde für die Conference 2008 der IDRS in Provo, Utah, USA, komponiert. Es wurde von Michel Bettez, Richard Ramy, Richard Moore und Henry Skolnick unter Leitung des Komponisten uraufgeführt.
Mit Bezug zum Ort der Aufführung greift der Titel einen amerikanischen Begriff auf. "Bright Angel", der Name eines Trails im Grand Canyon, steht für das Erlebnis des Komponisten, als er vom North Rim in die Schlucht des Colorado und hinauf zum South Rim wanderte im Jahr 1972, neun Jahre alt, mit seinem Vater William Waterhouse (1931-2007), der ein Jahr an der Universität von Indiana tätig war.
Das Werk versucht, der Bewunderung und Ehrfurcht vor der Größe, aber auch der Brutalität der Natur Ausdruck zu verleihen. Manche Konturen (bzw. die Erinnerung an sie) sind in verschiedenen geschwungenen und abrupten Linien abgebildet. In Erinnerung waren bei der Komposition auch die immer wechselnden Ausblicke sowie die mühsamen Längen des staubigen Trails, das Stolpern über Steine und das Aushalten eines Sturmes. Das musikalische Material stammt zum größten Teil aus dem eröffnenden Motiv, zunächst als einsame Stimme gehört, dann über einem Geflecht von weitgespannten welligen Arpeggien wiederholt. Die langsame, nachdenkliche Einleitung führt zu einem schnelleren Abschnitt, der auf einem energischen, pulsierenden Rhythmus basiert. Schließlich kehrt das Werk zur ruhigen Ausgangsstimmung zurück und endet auf einem übermäßigen unaufgelösten Akkord - ein Symbol für die „Ewigkeit“ des Canyons.
Maestoso - Allegro - Adagissimo - Pizzicato - Vivace - Maestoso come prima
premiere Cambridge, Churchill College, March 2008
DEA 5. Juli 2008 München Gasteig
en: "Spiral Fragments" was written whilst a "Visiting Fellow" in Cambridge and was presented at a recital of own works in Churchill College in March 2008. The "Spiral" idea manifests itself both in the overall cyclic form of the piece (beginning and ending with a similarly slow movement) as well as in the thematic material within the movements. Often the lines curl back within themselves, suggesting a spiral shape. The movements cover a diverse range of characters, from the serious and impetuous to the desolate and whimsical.
2007
Missa brevis für Chor und OrgelKyrie - Sanctus - Agnus Dei
Projekt in St. Martin Idstein am 12. Januar 2008
Belsatzar nach Heinrich Heine, Romanze für Cello und Sprechstimme
Count-Down für vier Celli
DEA Oktober 2007
de: Graham Waterhouse komponierte Count-Down 2007 anlässlich des 60. Geburtstages seines ehemaligen Lehrers am Trinity-College in London, Gordon Pringle. Die Uraufführung dieses Werks spielten 60 Cellisten, alles Schüler Pringles, unter Leitung des Komponisten. Der Titel bezieht sich einerseits auf die imitatorische Natur der Stimmführung - eine Stimme folgt unmittelbar auf die nächste -, andererseits auf Passagen, wo die Takte immer kürzer werden, als eine Art der Verdichtung. Als Hommage an den Lehrer Pringles, Christopher Bunting, und dessen Lehrer Pablo Casals finden sich in Count-Down Zitate aus Casals’ „Sardanas“ und Buntings „Dance-Caprice“. Am Schluss des Werks erklingt einmal der gesamte Tonumfang des Violoncellos von C bis h’’’: fünf Oktaven, 60 Töne, symbolisch für ein 60-jähriges Leben mit dem Cello. Die deutsche Erstaufführung des Werks fand im Oktober 2007 durch das Vuillaume-Cello-Ensemble statt. Es wurde dann festes Repertoire-Stück des Vuillaume Cello Ensembles.
Variations sur un Thème Normand für Flöte, Violine und VioloncelloIntroduction (Andante liberamente)
Normandie Thème (Moderato)
Variation 1 (Poco meno mosso)
Variation 2 (Allegro moderato)
Variation 3 (Moderato)
Variation 4 (Adagio)
Variation 5 (Con moto energico)
Variation 6 (Moderato assai)
Variation 7 & Finale (Allegro alla Polacca)
en: Written in Summer 2007 in Berlin for a concert in Normandy.
The theme is the somewhat sentimental 18th century folk-song "Je veux revoir ma Normandie", and was suggested by a French flautist and is first heard in the violin after a short introduction. Each instrument has its own variation, beginning with the violin. The cello variation reverts to the minor mode. Variation 6 uses entirely harmonics and pizzicato on "white notes". In the last variation, "alla Polacca", two additional French tunes - "J'ai du bon tabac" and "Au claire de la lune" - make an appearance and even threaten to "take over" the preceedings. But it is the contours of the familiar Normandy theme which prevail in a breathless "stretta" coda.
de: Komponiert im Sommer 2007 in Berlin für ein Konzert in der Normandie
Das Thema ist ein etwas sentimentales Volkslied des 18. Jahrhunderts, „Je veux revoir ma Normandie“. Es wurde von einer französischen Flötistin vorgeschlagen und wird von der Violine nach einer kurzen Einleitung vorgestellt. Jedes Instrument hat seine „eigene“ Variation, beginnend mit der Violine. Die „Cello-Variation“ führt in den moll-Bereich. Variation 6 verwendet ausschließlich Flageoletts und Pizzicato-Akkorde, alles auf „weißen Tasten“. In der letzten Variation „alla Polacca“ treten zwei weitere französische Themen auf - „J'ai du bon tabac“ und „Au claire de la lune“ - und es sieht fast aus, als würden sie die Oberhand gewinnen. Aber dann dominieren doch die vertrauten Konturen des Normandie-Themas in der atemlosen Stretta-Coda.
Aase's Ascension after a monologue of Peer Gynt by Henrik Ibsen, for cello and speaking voice
UA 17. Mai 2007 Bodensee Festival
Der Text von Peer Gynts Monolog am Bett seiner Mutter Aase aus dem 3. Akt des gleichnamigen Dramatischen Gedichts von Henrik Ibsen, übersetzt von Hermann Stock, ist als pdf verfügbar.
Das Hexen-Einmaleins nach Goethe, für Cello und Sprechstimme
The Witches One-Times-One after Goethe, for cello and speaking voice
publ: 2009 Heinrichshofen's Verlag, Deutsch, English.
2006
Piano Albumpubl: 2006 Lienau
Acht Klavierstücke1. Scherzino (1984) - CD
2. Bagatelle (2001)
3. Barcarolle (2002)
4. Holstein Scherzo (1984)
5. Consternation (2003)
6. Hornpipe (2003)
7. Interlude (2002)
8. Monty’s Waltz (2002)
de: Die acht kurzen Klavierstücke entstammen einer längeren Schaffensperiode (1984 bis 2003). Die Kompositionen ergeben in dieser Reihenfolge einen Zyklus. Es bleibt dem Spieler jedoch unbenommen, die Stücke einzeln oder in anderer Folge vorzutragen. Die meisten Stücke sind Freunden und Verwandten gewidmet. Die Kompositionen sind zum einen durch spezifische, immer wiederkehrende Intervalle geprägt, zum anderen durch rhythmisches Wechselspiel. Knappe Motive ziehen sich konsequent durch das jeweilige Stück. So basiert Scherzino (1994) auf einer fallenden Septime mit direkt folgender aufsteigender Terz (E-F-A), woraus sich ein ironisch angehauchter Marsch entwickelt. Bagatelle (2001) greift auf bitonale Techniken zurück. Arabeske Figuren wechseln mit Terzparallelen ab. Barcarolle (2002) spielt mit dem Intervall der Dur-None (G-A). Hornpipe (2000) basiert auf dem rhythmischen Motiv dieses traditionelles Matrosentanzes. Consternation (2003) bleibt atemlos und schwelgerisch vorwärtsdrängend, das Metrum wechselt fast in jedem Takt, unterbrochen von einem rhythmisch konstanten Mittelteil mit sich wiederholenden Terzen.
Animalia nach Gedichten von Hans Krieger für Cello und Sprechstimme
UA 19. Oktober 2006 durch den Komponisten
Reflections - Variations on a Round, für Orgel und Cembalo
UA 17. September 2006 St. Martin Idstein
Echanges Triples für Oboe, Klarinette und Fagott
UA Albertville, Frankreich April 2006
Confrontations für Cello und Klavier
UA am 4. März 2006 in München
de: Confrontations wurde im Sommer 2004 skizziert und zwischen Juni 2005 und Februar 2006 vollendet. Das Werk wurde im Auftrag von Dr. Walburga Loesch für den Berliner Arzt und Cellisten Dr. Harald Schachinger komponiert.
Die „Gegenüberstellungen” (= “Confrontations”) erfolgen auf mehreren Ebenen:
1) instrumental - die verschiedenen Klangfarben der zwei Instrumente werden das ganze Stück hindurch einander gegenübergestellt. In dem eröffnenden Motiv z.B. spielt das Cello in einer anderen Tonlage „gegen” das Klavier. Erst später im Verlauf des Stückes nähern sich die Texturen von Cello und seinem „gewaltigen Kollegen“ einander an.
2) harmonisch - vom diatonisch Konsonanten ins dissonant Vertrackte
3) rhythmisch - der 12/8-Takt wird verschieden unterteilt.
4) formal - die Abschnitte werden immer anders gegeneinandergestellt.
Das Werk ist durchgehend komponiert. Gegen Ende gewinnt ein synkopiertes lyrisches Thema an Gewicht und entwickelt sich zu einer aufgeregten, atemlosen Coda, die viele der früheren Themen kombiniert.
2005
Psalm 121 „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“ für Chor und Orgel9. April 2005 Einführung St. Martin Idstein
Der Handschuh (The Glove) nach Schiller, für Cello und Sprechstimme
publ: 2007 Heinrichshofen's Verlag
en: This setting of The Glove could perhaps be described as a Melodrama. In this sense it follows in the long tradition of sung or spoken narrative verse coupled with instrumental accompaniment. Notable examples occur in the Troubadour literature, in the Ballads for declamation by Robert Schumann and Richard Strauss, in Weber‘s “Freischütz” and in the 20th century repertoire of such composers as Schoenberg, Walton and Henze. “Floh-Lied” from Goethe's "Faust" is a close forebear, also being scored for cello and speaking voice. In the present work, however, the cello part has a more highly developed life of its own, always reflecting the events and moods implied within the narrative.
“The Glove” was composed in 2005 to commemorate the 200th anniversary of Schiller’s death. It is a setting of a ballad Schiller wrote in Weimar in 1797 at a time when he was engaged in friendly rivalry with Johann Wolfgang von Goethe.
The story is set in the reign of the French King François I (who reigned from 1515 to 1547). In it the king stages a fight between a variety of wild animals for the entertainment of his guests (we read in the "Essais historiques sur Paris" of Monsieur de Saint-Foix that an arena existed in what is now known as the “Rue des Lions” in Paris). The animals, however, prove to be placid creatures: the real contest plays itself out among the spectators, when a certain Dame Cunigund challenges her lover to demonstrate his affection for her by retrieving a glove she had affected to let fall accidentally into the arena. This he does, to the amazement of the crowd; at the end, however, events take an unexpected turn.
Leitmotives accompany aspects of the drama as it unfolds, alternating between the animals in the arena and the nobility in the gallery.
Though designed to be spoken and played by the same performer, the work can equally well be performed by a speaker and cellist. Care should be taken with balance, particularly during “forte” passages. The spoken delivery of the poem should be bold and spontaneous in order to enhance the dramatic effect of the narrative.
de: Diese Vertonung der Ballade Der Handschuh könnte man als ein Melodram bezeichnen. Eine solche Komposition aus gesprochenem Wort und eigenen Gesetzen folgender Instrumentalmusik hat eine lange Tradition. Beispiele dafür sind die Darbietungen antiker Sänger ebenso wie die der Troubadoure des Mittelalters, die Balladen für Sprechstimme von Robert Schumann und Richard Strauss. Ähnliches findet man in der Oper „Der Freischütz“ von Weber und in Werken des 20. Jahrhunderts (Schönberg, Walton, Henze). In dieser Form wurde bereits das „Floh-Lied“ aus Goethes Faust komponiert.
„Der Handschuh“ wurde im Jahr 2005 vertont, 200 Jahre nach Schillers Tod. Schiller schrieb diese Ballade 1797 in Weimar, als er in einem freundschaftlichen Wettbewerb mit Johann Wolfgang von Goethe stand.
Die Geschichte spielt während der Herrschaft des französischen Königs François I (1515–1547). Der König inszeniert zur Unterhaltung seiner Gäste in einer Arena einen Kampf zwischen verschieden Raubtieren (in den „Essais historiques sur Paris“ von Monsieur de Saint-Foix kann man lesen, dass eine solche Arena in der heutigen „Rue des Lions“ in Paris existiert hat). Die Tiere erweisen sich hierbei aber als sanfte Geschöpfe. Das eigentliche „Kampfspiel“ findet zwischen dem Edelfräulein Kunigunde und ihrem Verehrer Ritter Delorges statt. Fräulein Kunigunde fordert ihren Ritter zum Beweis seiner Zuneigung heraus, indem sie ihren Handschuh in die Arena unter die wilden Tiere „fallen“ lässt. Zur Verblüffung der Zuschauer bringt der Ritter den Handschuh zurück; am Ende nimmt das Ereignis allerdings eine unerwartete Wende.
Leitmotive begleiten die dramatischen Szenen, die sich abwechselnd zwischen den Tieren in der Arena und den Adligen auf der Empore abspielen.
Das Werk kann von zwei Personen, einem Sprecher und einem Cellisten, aufgeführt werden, obgleich es eigentlich dafür bestimmt ist, von einem einzigen Ausführenden gesprochen und gespielt zu werden. Beim Vortrag sollte auf das Gleichgewicht von Stimme und Violoncello geachtet werden, vor allem in den „forte“-Passagen. Das Gedicht sollte spontan und überzeugend vorgetragen werden, um der dramatischen Spannung Ausdruck zu verleihen.
Duologues für zwei Celli oder zwei Violen oder zwei Violinen
de: Duologues sind als Studien im Ensemble-Spiel gedacht. Sie eignen sich auch als Konzertstücke, ähnlich wie die Etudes von Chopin. Die beiden Stimmen können wahlweise solistisch oder mehrfach besetzt werden. Die rhythmischen und intonatorischen Aspekte fordern und stimulieren, genau hinzuhören und auf einander zu reagieren. Beide Stimmen sind gleich schwer und gleich wichtig. Manchmal werden die Stimmen in der zweiten Hälfte getauscht, damit das musikalische Material aus einer anderen Perspektive erlebt werden kann. Die Stücke sind von unterschiedlichem Charakter, der innerhalb eines Stückes konsequent gleich bleibt. Sie wurden auch als Duos für zwei Viola- und zwei Violinstimmen bearbeitet. Mittelschwer bis schwer.
2003
Fagottquintett für Fagott und StreichquartettUA 5. Okober 2003 München
Sechs späteste Lieder nach Hölderlin für Mezzosopran und Violoncello
1) Vorspiel (Cello)
2) Das Angenehme dieser Welt
3) Nicht alle Tage
4) Der Winter
5) Die Aussicht
6) Der Herbst
7) Auf den Tod eines Kindes (Sprechstimme und Cello)
de: Textgrundlage für die Lieder sind „Späteste Gedichte“ von Friedrich Hölderlin. Zwischen 1806 bis zu seinem Tode am 7. Juni 1843 galt Hölderlin als geistig umnachtet. Er verbrachte die ganze Zeit in dem turmartigen Teil eines Tübinger Hauses, gepflegt von dem Tischlermeister Zimmer. Die Verse, die Hölderlin in diesem 36 Jahren noch gelegentlich schrieb, wurden von Freunden gesammelt und sind als „späteste Gedichte“ zusammengefasst. Der „arme Hölderlin“ ist eine Bezeichnung, die in den zeitgenössischen Zeugnissen formelhaft wiederkehrt. Meine Hölderlin-Reflektionen führten zu reiner Cello-Musik, zu auskomponierten Liedern und zu musikalischen Sprachformen. Aus diesen Werken sind sieben Stücke zusammengestellt zu einem Liederzyklus. Die Vertonungen suchen den Dialog zwischen Cello und Gesang.
Sicilian Air op. 56 für Flöte und Klavier
publ: 2004 Zimmermann
en: The first sketches for Sicilian Air were made during the composer's first visit to Sicily in the late 1980s, though it was not until 2003 that the piece was worked into its present form. The characteristic dotted rhythm of the Sicilienne permeates much of the piece, as does perhaps also a certain blend of formality and spontaneity, a feature, so it seemed at the time, of certain Sicilian Baroque palazzi (e.g. Villa Patagonia in Bagheria, near Palermo). The piece is cast in rondo form and lies within the tradition of the "Morceau de Concert" which was en vogue in the 19th century.
de: Erste Entwürfe für das Werk entstanden während der ersten Sizilienreise des Komponisten in den späten 1980er Jahren. Allerdings fand es erst 2003 seine jetzige Form. Es ist geprägt vom charakteristischen punktierten Siciliano-Rhythmus und einer gewissen Mischung von Förmlichkeit und Spontaneität, wie sie bestimmten sizilianischen Palazzi des Barock eigen zu sein scheint, wie der Villa Patagonia in Bagheria bei Palermo. Das Stück ist ein Rondo in der Tradition des „Morceau de Concert“, einem Modestück des 19. Jahrhunderts.
Die drei Musketiere für drei Violoncelli - The Three Musketeers for three Violoncellospubl: 2004 Hofmeister
2002
Threnody Klagelied für Cello soloUA 26. Oktober 2002 Musikfest der Münchner Gesellschaft für Neue Musik
publ: 2002 Zimmermann
Phantom Castle - Gespensterschloss für zwei Blockflöten
publ: 2006 Zimmermann
Rezension von NIK TARASOV in Windkanal 2006-4:
Der 1962 geborene Komponist Graham Waterhouse gestaltet mit diesem, jugendlicher Fantasie und Können angepassten Charakterstück, ein hübsches kleines Gruselkabinett neuer Spieltechniken: blutleere Hauchtöne, zähneklappernd irisierende Repetitionen, jammernde Glissandi, spitze Schreie im Piepsregister, jagende Staccati spu(c)ken um die Wette und schauerliche Flatterzungen geistern schlotternd einher. So plastisch und verständlich wird moderne Musik tatsächlich zur Wonne. Das Bild der Geisterjagd wirkt sicher „mega“ motivierend. Man benötigt für den bereits „Jugend musiziert“-getesteten Schabernack 2 Sopran- und eine Altblockflöte wechselweise.
Sinfonietta op. 54 für Streichorchester - CD, Review
Allegro risoluto
Adagio ma non troppo
Allegro vivace
Vivace
en: Although the four movements each have a traditional marking, they do not adhere to full-scale symphonic forms. Each movement exists in its own harmonic sound world, and the form of each unfolds, according to the musical material.
de: Die Satzbezeichnungen entsprechen denen einer traditionellen Symphonie, aber an die symphonische Großform im strengen Sinne ist hier nicht zu denken. Jeder Satz bewegt sich in seiner eigenen harmonischen Klangwelt, und seine Form entwickelt sich aus den Eigenschaften des jeweiligen musikalischen Materials.
Streichquartett op. 53Premiere 5 November 2002 London
2001
Chieftain’s Salute op. 34afor Great Highland Bagpipe and String Orchestra (für Dudelsack und Streicher) - CD, Review
en: The bagpipes occupy a central place in Scotland's culture and folklore and have accompanied both festive and solemn occasions in public life through the ages. The instrument's repertoire ranges from traditional folk dances to "piobroch" (virtuosic music for a solo piper in which the form is determined by varying degrees of ornamentation.)
In "Chieftain's Salute" both the ceremonial and the jubilant aspect of the instrument are brought to the fore. Like the organ, the pipes are able to play an unbroken melodic line articulated by the characteristic style of ornamentation, the air coming from a reservoir that is constantly replenished by the player. The melodic chanter, tuned to its own particular temperament, is accompanied by three drones.
Few attempts have been made hitherto to combine the bagpipes with classical orchestral instruments, due mainly to conflicts of balance and tuning. A satisfactory balance was achieved in this piece by placing the piper at a distance from the orchestra.
A "Salute" is a piece of music played at a Highland gathering in honour of an individual, in this case the "Chieftain", who is the Head of a Clan.
Chieftain's Salute is a concertante work in which the musical argument is shared equally between the pipes and the strings. First the strings, then the pipes have extended passages alone. As the work progresses soloists and orchestra are combined. On occasion the strings imitate the pipes, taking over the low B flat drones; elsewhere they add harmonic colour to the bare melodic line of the pipes.
Der Dudelsack spielt im Kulturleben Schottlands eine wichtige Rolle. Jahrhundertelang erklang er bei ernsten und heiteren Festen. Sein Repertoire reicht von traditioneller Tanzmusik bis zum virtuosen solistischen „Piobroch“, dessen Variationenform von kunstreichen Verzierungen geprägt wird.
de: Bisher ist selten versucht worden, den Dudelsack mit klassischen Orchesterinstrumenten zu kombinieren, weil seine Stimmung nicht temperiert und sein „Urlaut“-Klang zu durchdringend ist. Seine Vorzüge bleiben so ungenutzt: der Dudelsackpfeifer muss zum Atemholen nicht unterbrechen, sondern kann, wie der Organist, auch weitgespannte melodische Linien ohne Zäsur spielen und mit charakteristischen Verzierungen akzentuieren, weil er nicht direkt in den Klangkörper bläst, sondern mit seinem Atem ein Reservoir immer wieder auffüllt, aus dem die Luftzufuhr zu den Pfeifen gespeist wird. Die melodieführende Diskantpfeife mit ihrer eigentümlich schwebenden Stimmung wird von drei Bordunpfeifen, den "drones", begleitet und untermalt. Das Problem der Lautstärke und unausgeglichenen Klangbalance wurde in Chieftain's Salute durch räumliche Distanz des Dudelsackpfeifers zum Orchester gelöst.
Ein "Salute" ist ein Musikstück, das bei einer Highland-Versammlung zu Ehren einer wichtigen Person, in diesem Fall des "Chieftain", des Clan-Hauptmanns gespielt wurde. Der gravitätische wie der jubilierende Charakter kommen in Chieftain's Salute gleichermaßen zur Geltung.
Das Werk ist konzertant angelegt, als musikalisches Wechselspiel in der Art eines Concerto grosso. Erst die Streicher, dann der Dudelsack spielen längere Passagen allein, im Fortgang des Werks werden Solist und Orchester kombiniert. Die Streicher spielen öfters unisono oder zumindest homophon, um sich gegen die Klanggewalt des Dudelsacks zu behaupten, manchmal imitieren sie seine tiefen "drones", manchmal ergänzen sie seine melodische Linie mit harmonischer Farbe.
(s. Jacobean Salute op. 34)Flohlied nach Goethe, für Cello und Sprechstimme
publ: 2001 Heinrichshofen's Verlag
Les Tantrums d'Arlequin für Cello und Klavier (Kontrabass)
Variationen über die Serenade von Riccardo Drigo (1846-1930)
publ: 2001 Zimmermann
1999
Furioso op. 52 für Bläserquintett, Streichquartett und Kontrabass - PRESSE, Supersize BeethovenGestural Variations op. 43b für Oboe, Violoncello und Klavier
3. Fassung von Gestural Variations
UA 31. März 2000 Weimarer Frühjahrstagung für zeitgenössische Musik
3. Preis im Kompositionswettbewerb
Pas de Deux op. 51 für Violine und Violoncello
Grave - Allegro non troppo - Adagio piacevole - Grave - Leggiero e grazioso - Grave
publ: 2000 Hofmeister
en: The title "Pas de Deux" refers to a ballet dance for two protagonists, which variously react with and against each other. Sometimes they are in sympathy with graceful, harmonious movements; elsewhere they provoke each other with abrupt, jerky movements. The episodes are separated by a Grave ritornello, which recurs in different registers throughout the work. At the close the ritornello develops into an extended, chorale-like passage, eventually fading out at the highest extremities of the two instruments.
Am 28. Januar 2008 wurde eine Aufführung des Werkes mit Dozenten der Fritz-Busch-Musikschule in Siegen rezensiert:
Zwar waren deutliche Anklänge an Britten und Schostakowitsch zu hören, aber die Verarbeitung zeigte eigene Klangvorstellungen. Wechsel zwischen zerrissenen Passagen und expressiver Melodik, die noch mehr Ausdrucksintensität vertragen hätte, zeugten schon von eigener Klangsprache.
Besonders interessant aber die Art, wie Waterhouse melodische Sequenzen auf engem Raum aneinander vorbei führt, Reibungen erzeugt und wieder auflöst und auch, wie er die beiden Spieler zum Schluss in die höchsten Regionen ihrer Instrumente schickt - nicht leicht zu realisieren.
Dabei zeigte doch das überdeutlich auf Britten und den mittleren Schostakowitsch verweisende Duo für Violine und Cello „Pas de deux“ von Graham Waterhouse, dass auf dem Pfad zurück in die Vergangenheit authentische und intensive Beiträge möglich sind.
Bei Nacht op. 50 für Klaviertrio
US premiere 2000 in the University of Illinois, US
publ: 2001 Hofmeister
en: "Bei Nacht" was written for the Kandinsky Trio of Illinois in 1999. Around the time of composition was a Kandinsky Retrospective at the Royal Academy in London. Amongst the exhibits was a particularly striking, early oil painting entitled "Nacht", which looked more akin to the work of Cezanne or of the French impressionists and quite unlike those works of Kandinsky's later style. In this painting concentric circles spread outwards from a darkly morbid moon, like ever widening circular ripples on a pond. Against this seemed to be apparitions of dancing figures.
Visual stimuli play only a minor role in my works, yet the mysterious salubriousness of the painting captured the imagination. The vividly depicted circles found expression in a recurring "ground bass", underpinning a gradual crescendo in texture and intensity; the spectral dancers were alluded to in an irregular, agitato passage in 5/8.
At the climax of the piece these two elements combine; the welter of sound is abruptly broken off, however, and it is in the subdued atmosphere of the opening that the work concludes.
de: „Bei Nacht“ wurde 1999 für das Kandinsky Trio aus Illinois geschrieben. Zu der Zeit gab es eine Kandinsky-Retrospektive in der Royal Academy in London. Unter den Exponaten war ein aufsehenerregendes frühes Gemälde, das eher an Cezanne oder an die französischen Impressionisten erinnerte, ganz anders als Kandinskys spätere Werke. In diesem Gemälde streben konzentrische Kreise um einen dunklen, morbiden Mond nach außen, wie die kreisförmigen Wellen in einem Teich. Dagegen stehen die Erscheinungen tanzender Figuren.
Bildliche Eindrücke spielen in meinen Werke nur eine geringe Rolle, doch die geheimnisvolle Dunkelheit dieses Gemäldes sprach mich unmittelbar an. Die lebendig wirkenden Kreise fanden Ausdruck in einem wiederkehrenden Bass-Thema. Hierauf baut sich eine allmähliche Steigerung in Dichte und Intensität auf. Die geisterhaften Tänzer sind "agitato" in einem unregelmäßigen 5/8-Takt dargestellt.
Auf dem Höhepunkt werden die beiden Elemente kombiniert. Der Klangrausch bricht aber abrupt ab, und das Werk kehrt zur gedämpften Athmosphäre des Anfang zurück.
1998
Hymnus op. 49 for Wind Ensemble (Bläserensemble) - CD, Reviewpubl: 2000 Hofmeister
en: This work inhabits an austerely coloured sound world, one largely determined by the preponderance of low instruments in the scoring. Originally conceived for church use on the Sunday following All Souls' Day, the work contains predominantly homophonic writing which evokes the ritualistic aspect of a hymn. A solemn chorale, heard three times in the course of the work, is harmonized by pairs of conflicting triads in the bassoons and horns. There are two episodes interspersed between these chorale appearances.
de: Dieses Werk bewegt sich in eine dunkelfarbigen Klangwelt. Die Besetzung lässt die Instrumente in tiefer Lage dominieren. In vorwiegend homophoner Satzweise evoziert die ursprünglich für eine Kirchenaufführung am Totensonntag gedachte Komposition die liturgische Feierlichkeit einer Hymne. Ein gravitätischer Choral wird harmonisiert durch widerstreitende Akkord-Paare der Fagotte und Hörner. Dreimal erklingt dieser Choral, zwei Episoden sind dazwischengeschaltet.
Kreuzverhör op. 48 für Flöte, Oboe und StreichtrioUA 7.10.1998 München, KLANGSPUREN der Münchener Biennale
Contraventings op. 46 for Contrabassoon
Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
op. 46a for Clarinet - CD
publ: Hofmeister, die Fassung für Kontrafagott 1999, die für Klarinette 2000
en: This piece was originally written for contrabassoon in 1998 and was transcribed for clarinet the same year. It is in a theme and variations format, with a Prelude, six Episodes and a Postlude. It uses a bit of contemporary notation, slap and flutter tonguing, and has a few notes with over-blown harmonics. College level with a duration of about 10 minutes.
Hexenreigen op. 45 for Four Bassoons
USA Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
publ: 1998 Accolade
en: Hexenreigen was written for William Waterhouse as a tribute to his fondness of Goethe. The piece invokes the witches' scene (Walpurgisnacht) from Faust and was inspired by verses of Mephistopheles:
Die Müh ist klein, der Spaß ist groß.
Ich höre was von Instrumenten tönen!
Verflucht Geschnarr! Man muß sich dran gewöhnen.
Berlin 2007:
„... „Hexenreigen” des Zeitgenossen Graham Waterhouse. Die vier Fagottisten präsentierten hier neben tatsächlich etwas tückisch-märchenhaften Akkordwendungen eine Fähigkeit ihres Instrumentes, für die es im Orchester eigentlich weniger bekannt ist: die der rhythmischen Impulsivität.“
Diplo-Diversions op. 44 for Bassoon and PianoOn Her Majesty's Service - The Great Game - Imperial Echoes - Flying the Flag
Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
publ: 2006 Hofmeister
Gestural Variations op. 43a für Klarinette, Violoncello und Klavier - CD
2. Fassung von Gestural Variations
1997
Gestural Variations op. 43 for oboe, bassoon and pianoIntroduction
Theme
Var. 1 (abrupt, jerky)
Var. 2 (slow, graceful)
Var. 3 (fleeting, breathless)
Var. 4 (pensive, hesitating)
Var. 5 (threatening, menacing)
Var. 6 (exuberant, ebuliant)
Postlude
Premiere IDRS Conference 1997, Northwestern University, Evanston, Illinois USA
by John Dee (oboe), Henry Skolnick (bassoon), José Lopez (piano)
publ: 1998 (op. 43), 1999 (op. 43a) Hofmeister
IntroduktionThema
Var. 1 (schroff, ruckartig)
Var. 2 (langsam, graziös)
Var. 3 (flüchtig, atemlos)
Var. 4 (nachdenklich, zögernd)
Var. 5 (drohend, bedrohlich)
Var. 6 (überschwänglich, sprudelnd)
Nachspiel
Jede Variation bringt - ähnlich wie ein Pantomime oder ein Ballett-Tänzer - eine andere Bewegung oder Geste zum Ausdruck.
Double Reed News schrieb 1998:
It is unusual to be haunted and refreshed at once, but Graham Waterhouse's newly released trio strikes the ear as original in many aspects. The work is based on a short theme of only ten bars laying down a pattern of tritones, augmented fourths and diminished octaves that presses on throughout, forever fleeting and unresolved... The composer's purposeful use of ambiguous, shifting harmonies and overlapping unisons sets these contrasts in miniature apart from much that is being written today, conveying the uncertainty of our times.
publ: 2002 Hofmeister
de: Textgrundlage ist ein Gedicht von Lewis Carroll. Schon in diesem frühen Gedicht stellt der Autor von „Alice im Wunderland“ seinen virtuosen Umgang mit der Sprache unter Beweis. Moral Song wurde mit der Sopranistin Monika Fröhlich im April 1997 in München uraufgeführt.
Le Charmeur de Serpents op. 39 for Alto and Sopranino Recorder - CD
publ: 1997 Hofmeister
„Le Charmeur de Serpents“ - ein facettenreiches Spiel mit Rhythmik und Ton. Da reihen sich Glissandi und Staccati ... Agnes Marc verleiht dieser außergewöhnlichen Komposition den richtigen Charme." SZ 1997
Ode to an Australian Forebear op. 38 for Flute, Marimba, Cello and Didgeridoo
Premiere 5 November 2002 in London
Hale Bopp op. 36/2 für Streichorchester und Knabensopran - CD, Review
UA 1997 mit dem Schweizer „Orchestre d'Yverdon“ unter Leitung des Komponisten
publ: 1998 Hofmeister, mit Celtic Voices op. 36/1
en: 1997 was the year of the comet "Hale Bopp", named after the astronomer who first discovered it. An other-wordly atmosphere is evoked by such devices as tremolandi, glissandi and wide spaced scoring. At the climax of the piece, towards the close, the high, tremolo chord suddenly falls quiet and as if from the far distance, from out of the ether, the choral tune "How Brightly shines the Morning Star" may be heard. Attributed to Philipp Nicolai (1597), the plangent melody is given to the voice of a boy treble accompanied by a string quartet. Although strictly speaking the comet is not a star, each has its own place in the celestial firmament and has exercised a like fascination on man over the ages.
de: Dieses Werk stellt das Erscheinen des Kometen „Hale Bopp“ im Jahr 1997 mit musikalischen Mitteln dar. Eine außerirdisch kosmische Atmospäre wird beschworen durch Tremoli, Glissandi und den weitgespannten Klangraum der Instrumentierung. Auf dem Höhepunkt des Werkes kurz vor dem Ende wird der Tremolo-Akkord schlagartig leise, und aus weiter Ferne, wie aus dem Äther, erklingt der von Philipp Nicolai 1597 in Nürnberg komponierte Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, gesungen von einem Knaben und begleitet von einem Streichquartett. Ein Stern im strikten Sinne ist ein Komet zwar nicht, aber jede Himmelserscheinung hat ihren Platz am Firmament, und alle haben von jeher den Menschen fasziniert.
"ESTA news and views" kommentierte 1999:
It is a wonderfully atmospheric piece, inspired by the appearance of the comet of the title. Opening lontano effects with high tremoli give way to expansive melodic lines under-pinned to harmonies which, though chromatic and dissonant, are skillfully laid out for the string orchestra to achieve maximum resonance and intensity ... Waterhouse's string-writing is highly accomplished and imaginative ... and lies extremely well for all instruments. [Celtic Voices] An impassioned, richly textured piece, it shares thematic elements with its opus partner Hale Bopp ... This fine pair of pieces makes a welcome and musically substantial contribution to the repertoire for string orchestra. It provides rich rewards for the players and their audiences.
Hale-Bopp erschien in einer Liste zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009:
Waterhouse, Graham "Hale-Bopp" on Portrait 2. English Chamber Orchestra (Meridian CDE 84510). This 1997 piece celebrates the bright comet with scoring that the composer says “evokes an other-worldly atmosphere.” It ends with the 16th century chorale tune “How Brightly Shines the Morning Star.”
music-inspired-by-astronomy
1996
Three Pieces for Solo Cello op. 28 - CDMonologue (Moderato assai e risoluto)
Chase (Maestoso-Vivace)
Recitative (Adagio e rubato e molto espressivo)
Siegfried Palm gewidmet
2. Preis im Kompositionswettbewerb des Verbandes Münchener Tonkünstler
publ: 1996 Hofmeister
Professor Siegfried Palm äußerte:
Mit Graham Waterhouse wächst ein ausserordentliches kompositorisches Talent heran. ... Er befleißigt sich einer durchaus eigenständigen Sprache und schreibt - ohne Vorbilder nachzuahmen - einen überaus persönlichen Stil. Die Werke, die ich von ihm kenne, interessieren unmittelbar und lassen aufhorchen.
(Graham Waterhouse possesses an exceptional talent for composition. He writes in a completely individual style and those works of his which I know command immediate attention.)
UA beim Schleswig-Holstein Musik Festival
publ: 2000 Hofmeister
bow'n blow duo op. 20 for Clarinet and Cello - CD
Allegro Moderato - Adagio Tranquillo - Vivace
publ: 2000 Hofmeister
1995
Aztec Ceremonies op. 37 - CDpremiere Rotterdam International Double Reed Society congress
publ: 1996 Hofmeister
en: Aztec Ceremonies was commissioned by Henry Skolnick and was premiered by him in 1995 at the International Double Reed Society congress at Rotterdam, accompanied by the composer. The composer writes, “During a recent visit to Mexico I visited several archaeological sites, where I was impressed by certain aspects of Aztec ritual. In this piece each of the five sections represents a ceremony honouring a particular deity.” The work is dedicated to Günter Angerhöfer, eminent authority on the contrabassoon, on the occasion of his 70th birthday.
Celtic Voices op. 36/1 für Streichorchester - CD, ReviewUA National Chamber Music Course, UK, Dirigent Graham Waterhouse
publ: 1998 Hofmeister, mit Hale Bopp op. 36/2
en: While Celtic art refers to a definale style of decoration, the sources of Celtic music, being less clear, incorporate folk traditions from the Western fringes of the British Isles. This piece explores a predominantly lyrical vein.
de: Keltische Musik hat vielfältige Ursprünge in den unterschiedlichen Volksmusiktraditionen der westlichen Regionen der Britischen Inseln, sie ist darum nicht so eindeutig zu definieren wie keltische Kunst, die man an ihrem charakteristischen Dekorationsstil leicht erkennt. Das Werk ist überwiegend in lyrischem Ton gehalten.
Vier Epigraphe nach Escher op. 35 für Heckelphon, Viola und KlavierDie Gottesanbeterin - Möbiusband - Reiter - Reptilien
UA 8. April 1995 in München
USA Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
Gerald Corey, Heckelphone, Peter Rosario, viola, Graham Waterhouse, piano
publ: 1998 Hofmeister
Vezza, Limerick für Cello und Srechstimme - CD
publ: 1997 Hofmeister
Der Text beginnt mit den Worten "Whether the weather be hot", der Titel versucht zu schreiben, wie der deutsche Widmungsträger "wheather" aussprechen würde.
„... eine phantastisch-humorvoll begeisternde Gedichtserzählung mit dramatischer Begleitung - einfach umwerfend ...“ Hannoversches Tageblatt 1999
1992
Jacobean Salute op. 34 für Bläserquintett, Streichquartett und Kontrabass(spätere Fassung für Dudelsack und Streichorchester Chieftain’s Salute op. 34a)
UA 8. April 1995 in München
publ: 2003 Lienau
s. PRESSE
Werner Ludwig Merkle empfahl im April 2005 das Werk zur Verwendung in Musikschulen:
Eine Kammersinfonie mit historisch schottischem Programm. Tonale Anlage; pastorale wie melancholische Felder wechseln mit Abschnitten, die traditionellen Tanzformen wie Jig oder Reel nahe stehen. Reizvoll erscheint die heterophon und komplementär-rhythmische Musizierweise. Neben Oboe, Klarinette, Horn und Fagott wird die Flöte (auch Piccolo zu blasen) sehr charakteristisch eingesetzt. Auf die Arbeit an Musikschulen bezogen, sollte das interessante Stück zunächst mit einem Dirigenten studiert werden. Auch eine chorische Streicherbesetzung scheint möglich und sinnvoll.
UA 1993 London
publ: 2002 Lienau
en: This virtuoso composition was written in 1992 and premiered in London in 1993. Two themes are juxtaposed: a rhythmic-chromatic one and a lyrical one with complex accord superimpositions which are used in a cadence. A coda gives this piece a striking finale.de: Das Werk wurde 1992 in London und München geschrieben und 1993 in London uraufgeführt. Es wurde als virtuoses Konzertstück mit der Grundidee konzipiert, die spezifischen Charakteristika des Klaviers auszuschöpfen, wie seinen enormen Tonumfang, seine perkussiven und lyrischen Qualitäten sowie seine besondere Eignung zur Figuration.
Die Komposition beginnt mit einem vorwärtsdrängenden chromatischen Thema in der linken Hand, umspielt von kreisenden Sechzehntelfiguren in der rechten. Bald entwickeln sich diese zu irregulären 3er-Gruppen, aus denen neue, selbstständige Phrasen hervortreten , so dass eine Art rhythmische und melodische Polyphonie entsteht. Eine Kadenz aus alternierenden verminderten Quinten und Dur-Terzen nimmt das Anfangstempo wieder auf und führt in eine variierte Reprise des Anfangsmaterials. Das lyrische zweite Thema kehrt in einer Coda wieder, diesmal mit den kreisenden Sechzehntelfiguren kombiniert. Diese nehmen an Intensität zu, brechen schließlich in eine "Bravura"-Kaskade aus Oktaven und Septimen aus und führen das Werk zu einem energischen Schluss.
Die Neue Musik Zeitung schrieb im Mai 2005:
Der in München lebende, erfolgreiche englische Komponist und Cellist Graham Waterhouse, überrascht stets mit seinem attraktiven Einfallsreichtum im Bereich von Cello, Kammermusik, Instrumentalkonzert und Klavier. Sein sechsminütiges Praeludium entpuppt sich als dramatisches Konzertstück mit sprudelnden Figurationen, lyrischen Einschüben, polyphonen Elementen, harmonischen Raffinessen und einem zielstrebig gesteigerten, enormen Schluss. Empfehlung: ein Reißer romantischer Prägung aus dem unmittelbar zeitgenössischen Musikschaffen.
1991
Nonett op. 30 für Bläserquintett, Streichtrio und Kontrabass - PRESSEpubl: 2003 Lienau
Mouvements d’Harmonie op. 29 für Bläserensemble - CD, Review
Premiere 24 May 1991 London, Purcell Room
USA Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
publ: 2000 Accolade
en: The title refers ambigously both to shifts of harmony and to movements scored for winds. The work was first performed at the "Purcell Room“, London, on the occasion of the 60th birthday concert of the composer's father, the bassoonist William Waterhouse.
de: Mouvements d’Harmonie wurde 1991 in München komponiert und vom „Royal Northern College Wind Ensemble“ im „Purcell Room“, London uraufgeführt. Anlass war das Konzert am 24. Mai 1991 zum sechzigsten Geburtstag von William Waterhouse, dem das Werk gewidmet ist. Die Erstaufführung der revidierten Fassung des Werkes mit zusätzlichem Kontrafagott fand im Juni 1998 anlässlich des Kongresses der „International Double Reed Society“ in Tempe, Arizona statt, gespielt von Fakultätsmitgliedern der dortigen Universität. Der Titel ist doppeldeutig: er bezieht sich einerseits auf die harmonischen Entwicklungen und erinnert andererseits an die Musik für Bläser-Ensembles. Formal kann man das Werk als einen Sonatensatz mit langsamer Einleitung auffassen. Auf die Reprise folgt eine Coda, in der die Hauptmotive zusammen erscheinen, das „Maestoso e Grave“ des Anfangs kehrt in erweiteter Form wieder und führt das Werk zu einem ruhigen Schluss.
1990
Cellokonzert op. 27UA 1995 mit dem „Orquesta Sinfónica del Estado de Mexico“ in Toluca und Mexico City
publ: 2000 Hofmeister
Graham Waterhouse komponierte 1990 ein Konzert für Violoncello und Orchester, das im Juni desselben Jahres in Yverdon, Schweiz, zum ersten Mal aufgeführt wurde. Den Solopart spielte der Komponist.
Hinweise von Professor Siegfried Palm und praktische Erfahrungen bei weiteren Aufführungen führten zu Revisionen vor allem in der Solostimme und der Orchestrierung. Die revidierte Fassung erlebte 1995 ihre ersten Aufführungen in Mexico.
Die Fassung für Kammerorchester, op. 27a, entstand 2005 und wurde erstmals in Idstein aufgeführt.
In diesem Cellokonzert hat das Orchester nicht nur begleitende Funktion, sondern ist Partner, besonders in solistischen Oboen- und Hornstimmen.
Das Konzert in drei Sätzen entspricht formal dem Vorbild klassischer Solokonzerte:
Adagio - Allegro moderato
Andante tranquillo
Allegro con brio
Graham Waterhouse schrieb zu seiner Komposition:
de: Von Anfang an beabsichtigte der Komponist, das musikalische Material zwischen Solist und Orchester zu teilen und nicht dem Orchester eine überwiegend nur begleitende Funktion zu geben; vor allem die besondere Verwendung der Bläser trägt dazu bei, dem Werk zuweilen den Charakter einer Sinfonia Concertante zu verleihen. Das Konzert besteht aus drei Sätzen.
Der erste, ein Sonaten-Hauptsatz, wird von einem Adagio-Vorspiel eingeleitet. Der Solist setzt mit einer kadenzähnlichen Passage über gehaltenen Bläserakkorden ein. Eine punktierte Figur, die zunächst in den Celli und Bässen zu Beginn des Werkes erscheint, bildet die Verknüpfung zum Allegro moderato: Diese punktierte Figur bestimmt das Hauptthema, prägt als rhythmisches Ostinato einen Teil der Durchführung und gewinnt schließlich in der Coda immer mehr an Bedeutung, ehe der Satz mit der Rückkehr zu einem Motiv aus der Einleitung endet.
Der zweite Satz ist in Liedform aufgebaut. Das einleitende Thema der Oboe, die eröffnende, improvisatorische Passage des Solo-Cello und die folgende Cantilène basieren auf derselben fallenden verminderten Quinte - sie verbindet die verschiedenen thematischen Elemente des Satzes. Den Höhepunkt bildet der einzige Tutti-Einsatz in diesem sonst eher verhaltenen, von Solo-Bläsern gefärbten Satz.
Im letzten Satz, quasi Rondo, korrespondiert ein energisches, rhythmisches Thema mit Episoden einer lyrischen Passage und einer Saitenwechselfigur. Nach und nach werden die beiden Elemente kontrapunktisch kombiniert. In der Coda, piu mosso, entsteht allmählich eine neue synkopierte Figur, welche gegen Ende des Werkes vom ganzen Orchester übernommen wird.
1989
Quintett op. 26 für Piccolo und Streichquartett, revidiert 2000 - CD, Reviewpubl: 2002 Zimmermann
de: Das Quintett wurde 1989 auf Anregung der Piccolo-Spielerin des Schleswig-Holstein-Festival- Orchesters geschrieben. Seine Uraufführung fand am 1. Januar 1990 anlässlich eines privaten Konzertes in London statt. Die Grund-Idee bei der Komposition war es, die Piccolo-Flöte soweit wie möglich in den Streicherklang zu integrieren, wie es in der Kammermusik-Literatur bei manchen Quintetten mit Klarinette realisiert ist. Gelegentlich werden die Differenzen zwischen den Lagen des Piccolo und den Streichern für spezielle strukturelle und harmonische Effekte ausgenutzt. Beispielsweise entstehen aufgrund der großen Abstände zwischen den Oktaven an einigen Stellen bitonale Effekte von ungewöhnlicher Klangfarbe. Das einsätzige Quintett ist in Sonatenhauptsatzform geschrieben und mit einer langsamen Einleitung versehen, die in veränderter Form gegen Ende des Werkes wiedererscheint. Eine Coda, nicht ohne einen Hauch von Virtuosität, führt das Werk zum Schluss.Werner Ludwig Merkle empfahl im April 2005 das Werk zur Verwendung in Musikschulen:
Kammermusik mit Piccolo! Eine Rarität! Am besten sofort eine Annonce aufgeben: Junges, dynamisches Streichquartett sucht Kontakt mit Piccoloflötistin für Quintett op. 26 von Graham Waterhouse. Falls erfolglos, bitte weitersuchen! Das Stück macht Spaß, klingt interessant; modern, aber überwiegend tonal; anspruchsvoll, aber nicht wirklich schwierig. Zahlreiche Stichnoten in den Instrumentalstimmen erleichtern die Arbeit; Partitur vorhanden.
1985
Toccatina Precipitando für Klavier op. 24/3publ: 1997 Hofmeister
Toccatina Precipitando for Clarinet, Violoncello and Piano op. 24bis - CD
1984
Scherzino op. 24/2 for Piano - CDpubl: 2006 Lienau in Piano Album
Chrzaszcz op. 23 für Flöte, Oboe (oder Violine) und Cello, UA Warschau
publ: 1996 Zimmermann
Das Chrzaszcz-Trio wurde im Sommer 1984 für Kollegen der Cambridge University komponiert und in Warschau uraufgeführt.
Das polnische Wort „Chrzaszcz“ (sprich etwa: „chschonschtsch“) bedeutet „Heuschrecke“ und wurde wegen der springenden Intervalle und der abrupten rhythmischen Gesten der Komposition gewählt.
Ruch Musiczny schrieb dazu 1985:
This splendidly structured composition showed great artistic imagination and was enthusiastically received by the audience.
1982
Jig, Air and Reel op. 9 für Streichorchester (1982/1997) - CD, ReviewUA 1998 Miesbach, Streicher-Freizeit
publ: 2001 Hofmeister
en: Derived from sketches dating back to University days, this piece was written for a young string players' course some 15 years later. Each movement is nominally based on one or more traditional folk melodies taken from "The Dancing Master's Fiddle Book". Whilst the tunes are quite simple, the instrumentation admits "divisi" scoring and independent voice-leading, thus exploiting the full registers of the string instruments.
de: Die ersten Skizzen entstanden schon in der Studienzeit, aber ausgearbeitet und abgeschlossen wurde die Komposition erst 15 Jahre später, uraufgeführt 1998 beim Streicher-Freizeit-Kurs im oberbayerischen Miesbach.
Die drei Sätze basieren auf traditionellen Volksweisen aus "The Dancing Master's Fiddle Book". Die Themen sind schlicht, doch die Instrumentierung verwendet Kunstgriffe wie Teilung der einzelnen Streichergruppen und eigenständige Stimmführung und nutzt so den vollen Klangraum der Streichinstrumente.
Eine Fassung für Orchester entstand 2004.1981
Variationen über ein Thema von Pachelbel op. 6 für Orgel - CDpubl: 1997 Hofmeister
1979
Apple Picking nach Sir Geoffrey Shakespeare, op. 5 für Gesang und Klavierpubl: 1998 Hofmeister
de:. Apple Picking entstand 1979, als der Komponist Schüler an der Highgate School in London war. Der Text stammt von Sir Geoffrey Shakespeare (1893-1981), der Parlamentsmitglied der Liberalen und zeitweise Schulbeirat war.
1978
Polish Suite op. 3 für Klaviertriopubl: 2001 Hofmeister
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