Werke

Als Komponist wie auch als Cellist fühlt sich Graham Waterhouse am meisten zur Kammermusik hingezogen.

Werkliste
Eine Liste aller Werke, gegliedert nach ihrer Besetzung, ist als pdf verfügbar.

Works

As a composer as well as a cellist,
Graham Waterhouse is mostly
drawn to chamber music.

Works List
A list of all works, according to instrumentation, is available as a pdf.

Werke für Cello und Sprache liegen dem zweisprachigen, literarisch interessierten Künstler besonders. Seine Anregungen bezieht er oft aus Literatur und Dichtung. Genaue Kenntnis des Klangcharacters und der spieltechnischen Möglichkeiten verschiedener Instrumente befähigt ihn, ungewöhnliche Klangvorstellungen praxisnah zu realisieren. Dabei bekennt er sich zur Harmonie als treibender und formaler Kraft eines Stückes. Der Kammermusik gehört seine besondere Vorliebe, weil sie ihrer Natur nach als Dialog zu verstehen ist, als Wechselrede von Solisten, die sich sorgfältig aufeinander eingehört haben, und weil sie zu struktureller Transparenz und formaler Verdichtung herausfordert. Die Klarheit der Struktur, das Spiel und Widerspiel der formalen Kräfte, die logische Entwicklung des thematischen Materials, die Ballungen und Verästelungen sowie die Abfolge von Spannung und Entspannung bestimmen die Aussage einer Komposition. Graham Waterhouse greift dabei auch auf traditionelle Formmodelle zurück wie den Sonatensatz und kontrapunktische Formen.

Gedanken über das Komponieren

Seit meinen frühesten Begegnungen mit Instrumentalmusik hat es mich fasziniert, wie Töne aufeinander reagieren, wie sie sich zu Liniengespinsten verknüpfen und zum Zusammenklang verbinden. Sergiu Celibidaches Streben nach der gleichzeitigen Wahrnehmung vertikaler und horizontaler Klangbeziehungen wurde wegweisend für mich als Komponist wie als Instrumentalist.

Beim Komponieren erlebe ich die Zeit in gegensätzlichen Dimensionen. Das Finden des motivischen Materials geschieht als unvorhersehbares Aufblitzen in der luziden Spontaneität des Augenblicks; das Ausarbeiten des Materials erfordert Konzentration über eine längere Zeitdauer. Idealerweise entwickeln sich musikalische Strukturen aus den Impulsen des motivischen Materials mit der gleichen natürlichen Wachstumslogik wie ein Organismus aus der Keimzelle. Das animiert die musikalische Vorstellungskraft der Spieler und inspiriert sie zu ausdrucksvoll lebendigem Gespräch in Tönen.

Der Kammermusik mit ihrer Transparenz der formalen Energieströme gehört meine besondere Vorliebe. Gelingt es, dass ein Werk sich ganz nach seiner inneren Dynamik entwickelt und in der Aufführung eigenständige Lebendigkeit gewinnt, so entstehen kostbare, unwiederholbare Augenblicke. Aus solchen Augenblicken schöpfe ich immer wieder die Kraft für die geduldige und disziplinierte Arbeit neuen Schaffens.

Verlage | Publishers

Viele Werke wurden veröffentlicht durch die Verlage Hofmeister (Leipzig) und Lienau und Zimmermann (Frankfurt am Main) und sind dort gut dokumentiert. Die Verlagsgeschichte der Frankfurter Verlage beschreibt die Richtung: „Lienau setzt u.a. auf zeitgenössische Komponisten wie Graham Waterhouse und Ivan Shekov.“ 2013 erschien Zeichenstaub, 2014 erscheint Epitaphium, das Fagott-Quintett ist in Vorbereitung. Einzelwerke erschienen bei Accolade, in Heinrichshofen's Verlag, bei Peacock Press und im Musikverlag Christofer Varner.
Viele Werke sind in bedeutenden Bibliotheken verfügbar, z.B. in der Deutschen Nationalbibliothek und der University Library, Cambridge, UK.

Wesentliche Werke | Essential Works

Wesentliche Werke, ihre Uraufführungen (UA, Premiere), CD-Verfügbarkeit, Anmerkungen des Komponisten und Kommentare anderer sind im folgenden aufgeführt, von den aktuellsten Werken zu älteren, Werke der Jahre 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2003 2002 2001 1999 1998 1997 1996 1995 1992 1991 1990 1989 1985 1984 1982 1981 1979 1978.
Manchmal weicht die Zeit der Entstehung von der Zeit der Uraufführung oder Veröffentlichung ab.
Anmerkungen des Komponisten erscheinen in der Regel erst in seiner Muttersprache englisch en, dann deutsch de, manchmal nur englisch oder nur deutsch.

2012

Malarkey, Introduction and Allegro, für Violine und Klavier
UA 3. März 2013, München

Red Campion für Klarinette solo
UA 14. Oktober 2012, Stratford
Christopher Morley, Birmingham Post:
"We also heard the premiere of Graham Waterhouse's Red Campion for solo clarinet, its four minutes drawing a huge range of dynamic control from Johnson during the climb to the highest of registers, nature-awakening flutterings growing out of long notes in a reminder of Messiaen."

Fälle nach Daniil Charms, Octo-opus für acht parliirende Cälli
(für 8 Sprechstimmen und 8 Violoncelli)
UA 4. November 2012, München
de: Das Stück wurde für das Ensemble Celli con Carne im Sommer 2012 geschrieben als Vertonung eines Gedichtes des russischen Dichters Daniil Charms für Sprechstimmen und acht Celli. Der Dichter gehörte zum Freundeskreis Schostakowitschs und kam früh ums Leben wie so viele seiner intellektuellen und künstlerischen Zeitgenossen in der spätstalinistischen Ära. Sein Gedicht ist abgründig – am bittersten Rand zwischen Ironie, schwarzem Humor und Boshaftigkeit, verbunden mit Resignation und Zuversicht („Alles gute Menschen…“). Wie so oft bei russischer Literatur weiß man nicht, ob man weinen oder lachen soll. Der Text wird auf alle acht Spieler verteilt, wobei die Spieler 1 und 5 führende Rolle übernehmen. Im Laufe des Stückes werden der Dichter und der Komponist namentlich erwähnt.

Halleluja St. Martin 2012 für Chor
Molto moderato
UA 3. Juni 2012, Idstein
de: In Ergänzung zu zwei kurzen vierstimmigen Werken für den liturgischen Gebrauch entstand 2012 ein drittes auf das Thema GL 530,1.

In blauen Linien (nach Rilke) für Flöte, Violine, Viola und Violoncello
UA 22. April 2012, München
auf einen Abschnitt aus Rilkes "Die heiligen drei Könige"

Prophetiae Sibyllarum für Streichquartett
UA 22. April 2012, München
UK premiere 23 October 2012, Birmingham

2011

Der Anfang einer neuen Zeit, Weihnachtskantate auf Worte von Hans Krieger für Sopran, Bariton, Chor, Kinderchor, Streichorchester und Geigenkinder (oder Blockflöten)
The Beginning of a New Time, Christmas cantata for soprano, baritone, choir, children's choir, string orchestra and chidren's violins (or recorders)
UA 3. und 4. Dezember 2011, Essen

Rhapsodie Macabre, Hommage à Liszt, für Klavier und Streichquartett
UA 23. Oktober 2011, Gasteig München

The Wind that Shakes the Barley für Streichorchester
UA 13. August 2011, Hitchen

Mayflower Hornpipe für Streichorchester
UA 13. August 2011, Hitchen

Sword Dance für Violine und Klavier
UA 12. August 2011, Hitchen
de: Sword Dance (Schwerttanz) wurde im Sommer 2011 als Violinstück komponiert, teilweise als Vorstudie für Rhapsodie Macabre. Das musikalische Material ist gleichermaßen verteilt auf die beiden Instrumente, die sich gegenseitig beflügeln, animieren und die Motive hin und her werfen. In der Vorzeit war in manchen ländlichen Gegenden Nordenglands der Schwerttanz ein ritueller Tanz, mit dem glaubte, Kräfte zu gewinnen, die Glück bringen und Unheil vertreiben. Getanzt wurde mit ineinander verhakten Schwertern, die am Ende des Tanzes auseinandergerissen wurden.

Rain Dance für Violine und Klavier
UA 5. Juli 2011, Tutzing

Musik zu "Vergittertes Fenster" für Violoncello solo
UA 13. Juni 2011, Starnberg
de: Zu einer Lesung der Novelle von Klaus Mann zum Tod Ludwigs II, "Vergittertes Fenster", entstand Musik für Cello solo in acht Sätzen.

Pas de Quatre, Oboen-Quartett
UA 29. Mai 2011, München
de: Der Titel des Quartetts für Oboe und Streichtrio entstammt dem Ballett. Wie bei einigen anderen Kammermusikwerken (z.B. Gestural Variations) kommen die musikalische Ideen aus der imaginären Gesten-, Bewegungs- und Begegnungs-Welt tanzender Figuren auf einer Bühne. Das Werk ist durchkomponiert und symmetrisch angelegt: Prolog, schnell, schnell, langsam, schnell, schnell, Epilog. Während die Oboe häufig musikalische Impulse setzt, ist die thematische Auseinandersetzung auf alle vier Stimmen verteilt. Es gibt gelegentliche ironische („tongue in cheek“) Stellen, wenn ein schneidender Oboen-Klang die sanfteren Farben der Streicher zu karikieren scheint. Das zentrale Adagio wird eingerahmt von Passagen „metrischer Modulation“: repetierende Sechzehntel sind verschieden gruppiert in minimalistische Muster von 6, 9, 12 und 13. Die Anfangesgeste des Werks - fünf kurze, schroffe Töne - kehren zum Ende des Epilogs zurück und führen das Werk zu einem impulsiven kraftvollen Schluss.

Concerto da camera für Violoncello und Ensemble
UA 23. Januar 2011, München

2010

Maśniaki für Violine
Recollections from the Tatra Mountains for Solo Violin
UA 29. Mai 2011, München

en: Maśniaki refers to the distinguished family of "Gorale" folk violinists, many generations of whom have lived and played in Zakopane, in the heart of the Tatra mountains of Southern Poland. The composer first made their acquaintance in the early 1980's and impressions of listening to their ensembles and playing bassy with them have remained ever since.
This piece makes use of certain melodic traits as remembered over the years, particularly in the ambiguous use of the perfect/augmented fourth and of the minor/major third. The thematic material, however, is all freely invented. The composer drew upon his vivid memories of the energy, intensity and exuberance of the playing and tried to reproduce this in the violin writing.
Many composers besides Szymanowski and Karlowicz have been fascinated by the exceptionally rich cultural heritage of the "Podhale" area and one hopes that countless further generations of travellers and enthusiasts will continue to be enchanted by its highly individual folk music.
The tremolo of the Adagio sections is intended to portray the wide open spaces of the Tatra mountains. These passages can be played improvisando, with bow-strokes of various lengths and speeds, mirroring the dynamic contours.
The composer is grateful to David Fruehwirth for technical assistance.

Ten Tank Engine Tunes, Spielstücke für Violoncello und Klavier, inspiriert von den personifizierten Lokomotiven in den Kindergeschichten um "Thomas the Tank Engine", geschrieben für Jacob Waterhouse

Montague's March, UA 31. Januar 2010, Grünwald
Percy's Verses, UA 2. Juli 2010, Starnberg
Thomas Tango, 19. Oktober 2010
Henry Hornpipe
Gordon Gavotte
Jaunty James
Molly's Melody
Spencer's Secret, UA 5. Juli 2011, Tutzing

Zeichenstaub, für Streichtrio - CD
UA 18. September 2010 in Arnstadt
publ: 2013 Zimmermann, mit CD

Der Schimmelreiter für Violoncello und Klavier nach der Novelle von Theodor Storm
UA 3. Oktober 2010 in München

en: The work does not adhere to the plot of the novel, but rather attempts to recreate its severe, oppressive atmosphere. The inexorable destiny of the Count-of the Dykes is suggested in the stringent treatment of the musical material - in its transformations, juxtapositions and in the dialogue between the two instruments.

de: Das Werk nach Theodor Storms Novelle ist eine kammermusikalisch besetzte „Sinfonische Dichtung“. Leitmotive, skurrile Figurationen und geheimnisvolle Klanggebilde kehren im Laufe des Stücks immer wieder. Düstere Farbe prägen das ganze Werk. Es ist durchkomponiert, doch strukturiert in einen langsamen und einen schellen Teil. Die Komposition folgt nicht dem Handlungsablauf der Novelle, sondern nimmt ihre lastende Atmosphäre auf. Vor allem drei Bilder beeinflussten die Komposition:
„Oft sitzt der Schimmelreiter, der Deichgraf Hauke Haien, bis in die tiefe Nacht am Deich und beobachtet, wie die Wellen an den Damm schlagen.“
„Sein Schimmel, den er, krank und verkommen, einem zwielichtigen Durchreisenden abgekauft hat, soll angeblich das wiederbelebte Pferdeskelett von der verlassenen Hallig Jeverssand sein.“
„Als der alte Deich bricht, muss er zusehen, wie seine Frau und seine Tochter in den Fluten umkommen. Daraufhin stürzt er sich mit seinem Schimmel selbst ins Meer.“

Der Werwolf nach dem Gedicht von Christian Morgenstern, für Violoncello und Sprechstimme
The Banshee nach der Übertragung von Christian Morgensterns Gedicht Der Werwolf von Max Knight, für Violoncello und Sprechstimme
UA 24. Juli 2010, Essen-Werden

de: Eigentlich gilt „Der Werwolf“ als unübersetzbar, da die grammatische Beugung (Deklination) von „wer“ in „Werwolf“ typisch deutsch ist. Die englische Übersetzung von Max Knight (ca 1909 - 1993) ist nicht wörtlich, sondern nennt nennt sich "an approach" (eine Annäherung). Seine Bemühungen, in analoger Weise mit dem Wort "banshee" umzugehen haben ihren eigenen Reiz - oder ihre Absurdität. Ein Banshee ist eine hexenartige Gestalt aus der irischen Folklore, die die verstorbenen Seelen begleitet und die mit hoher, kreischende Stimme schreit.
Die Handlung ist in beiden Fassungen identisch. Das Geschöpf (Werwolf oder Banshee) geht nachts zum Grab eines Lehrers und bittet ihn darum, seinen Name zu beugen (auf englisch "inflect"). Der Lehrer tut das nach seiner Art, allerdings nur im Singular, zur Verzweiflung des Geschöpfs („er hatte ja doch Weib und Kind!“). Da kann der Lehrer nicht weiterhelfen.

Die Vertonungen versuchen, Cello und Stimme kontrapunktierend zu verbinden. Die Rhythmen und der Tonfall der Sprache werden aufgenommen, imitiert und parodiert. Die Kompositionen sind in ihrer intervallischen und formellen Struktur durchdacht und könnten als eigenständige Werke ohne Worte bestehen, ebenso wie die Gedichte ein eigenes Leben ohne Musik haben. Die Faszination für den Komponisten liegt darin zu erleben, wie beide Elemente sich ergänzen und auf neue Ebenen des Ausdrucks gelangen durch die unmittelbare Verbindung zwischen Wort und Ton. Die deutsche Fassung malt eher Stimmungsbilder, die englische Fassung konzenztriert sich balladenhaft auf die ironischen Aspekte des Gedichts.

Ballu Freyta für Streichorchester und Tamburin
UA 18. Juli 2010

Theme Normand für Bläserensemble und Kontrabass
UA 4. Juli 2010, München

de: Das Stück ist eine Bearbeitung des Trios Variations sur un Thème Normand.
en: The piece is an arrangement of the trio Variations sur un Thème Normand for wind ensemble and double bass.

Halleluja St. Martin für Chor
I Andante maestoso UA 27. Juni 2010, Idstein
II Andante, ma energico
de: Das kurze vierstimmige Werk ist für den Gebrauch im Gottesdienst geeignet. Es besteht aus zwei Teilen, die auch unabhängig benutzt werden können. Bei der ersten Aufführung wurde Teil I von Streichern colla parte mitgespielt und umrahmt von GL 530,4 (nach D-Dur transponiert).
Das Werk ist als pdf verfügbar.

Im Gebirg nach Hans Krieger für Altstimme, Altflöte, Violoncello und Klavier - CD
UA 11. April 2010, München

Gleichmütig trägt er der Berg
die Silberdisteln im Haar
er zählt sie nicht nach
dreißig fehlen ihm schon
für sie wird die Erde verraten -

Dem Licht merkt man nichts an
Wie es seidenblau
niedersinkt in die Täler
wie es die Hänge beatmet
unbeirrt von Schatten der Wolke -

Lautlos die Dohlen
gleiten gelassen im Wind
nichts ist ihnen geschehen
noch ist ihm zu trauen dem Frieden
wie lange weiß keiner.

en: The work is based on the dark and richly symbolic poem „Im Gebirg“ (The Mountain) by the eminent Munich Lyricist, Hans Krieger. From the moment the poet first read me one of his most recent poems, „Im Gebirg“, over the telephone, I had a fairly clear image of the sound world, of the harmonies and types of expression I wished to create in this piece. The rich imagery and the particular colour of the words conjoured a vision of the stark Alpine mountain panorama. I decided on the darker, grittier (herb, sandiger) sonorities of the alto flute alongside the cello and alto voice. It was brooding on these thoughts whilst skiing in cloudy weather in the French Alps that the work first began to take shape.
Just as the mountains seem to have layers of life - from the bustle of the valley floor, through the pine forests up to the silent, sparse and scraggy summit, devoid of flora and fauna, so I imagined this piece to be constructed with different "levels". The Alto voice part was written first, together with the harmonic structure (based largely on static, harmonic "pedal-notes") and plans for the rise and fall of tension. The instruments, especially the piano, often play in extremes - either in altitudinous heights, or very low. The Cello and Alto flute are thematically closely linked to each other. An undulating triplet/duplet rhythm (heard at the outset in the piano) acts as a kind of Leitmotiv throughout the entire work, a unifying factor within the constantly changing Alpine landscape.

Chinese Whispers für Streichquartett
Lento – Adagio e maestoso – Moderato
Allegro (pizzicato)
Vivace
UA München
Premiere in UK Birmingham
en: The idea for writing "Chinese Whispers" came originally from a European family living in Shanghai. They wished for a work combining aspects of Eastern and Western cultures for the two eldest siblings, both students of stringed instruments, to perform with two Chinese musicians. The work uses pentatonic and other Chinese elements, though seen through the perspective of a classically trained European. The title refers to the children's game in which a phrase is whispered round and slowly changes in the process. At certain points in the piece this becomes a compositional procedure as a phrase changes almost imperceptibly passing from part to part.
The first movement opens with the stylized chiming of a great imaginary temple bell, as if calling to attention. The thematic material in the following Moderato makes occasional use of the pentatonic scale, in modes shown to the composer by a Chinese player of the Jinghu, a two-stringed fiddle. Different from Chinese music, the themes are quite elaborately developed. The second movement, a kind of Scherzo and Trio in ambiguous compound/duple time, is entirely pizzicato but for ten bars in the middle, a study in texture and voice-leading, combining the brittle pizzicato of the E-string of the violin with the resonant lower strings of the cello. The last movement is quasi Rondo, though the main theme is forever-changing and re-inventing itself. A short violin cadenza seems to caricaturize the perpetual forward-momentum of the work, deceiving the listener with speed changes and abrupt changes of rhythmic direction.

The work was first tried on 1 August 2010 in the opening concert of the National Music Course in Preston, UK, where the composer has served as a regular instructor, in the presence of the two children for whom it was written. It received the BCMS Composition Prize of the Birmingham Chamber Music Society in 2011, the 60th season of the society, and was played on 18 February 2012 in the Adrian Boult Hall.

Did you know … that in his award-winning string quartet Chinese Whispers, Graham Waterhouse has phrases gradually morph as they pass from player to player, as verbal phrases do in the whispering game?
(Wikipedia recent additions 27 February 2012)

de: Das Streichquartett wurde für eine in Schanghai lebende europäische Familie geschrieben, deren Töchter dort mit chinesischen Kollegen spielen wollten. Das Werk benutzt die pentatonische Tonleiter und andere chinesische Elemente, gesehen aus der Perspektive eines klassisch ausgebildeten Europäers. Der Titel bezieht sich auf ein Kinderspiel, deutsch „Stille Post“, in dem eine Phrase weitergeflüstert und dabei verwandelt wird. Dieses kompositorische Prinzip wird in einigen Passagen in Musik übersetzt. Eine Phrase verändert sich fast unmerklich, wenn sie zwischen den Stimmen weitergegeben wird.

Der erste Satz beginnt mit der Imitation einer großen imaginären Tempelglocke, als würden alle Anwesenden zur Aufmerksamkeit gerufen. Das thematische Material im folgenden „Moderato“ verwendet gelegentlich die pentatonische Tonleiter in Tonfolgen, die ein chinesischer Spieler des Jinghu, eines zweisaitigen Violone, dem Komponisten zeigte. Im Gegensatz zu chinesischer Musik werden die Themen erweitert, entwickelt und durchgeführt.

Der zweite Satz, eine Art Scherzo und Trio in ambivalentem Duolen/Triolen-Rhythmus, bleibt bis auf zehn Takte in der Mitte durchweg pizzicato. Er ist eine Studie in Stimmführung und Balance – der Versuch, das fragile Pizzicato der E-Seite der Geige mit den tiefen resonanten Seiten des Cellos zu kombinieren.

Der dritte Satz ist eine Art Rondo, wobei das Hauptthema sich ständig verwandelt. Eine kurze Violin-Kadenz karikiert die rastlose Vorwärtsbewegung des Stückes, die den Zuhörer durch Tempowechsel und abrupten Wechsel der rhythmischen Orientierung in die Irre führt.

Das Werk wurde erstmals am 1. August 2010 im Rahmen des National Music Course in Preston, UK, ausprobiert, in Anwesenheit der beiden Kinder, für die es geschrieben wurde. Es wurde 2011 mit dem BCMS Composition Prize der Birmingham Chamber Music Society ausgezeichnet, im 60. Jubiläumsjahr der Gesellschaft, und wurde am 18. Februar 2012 in the Adrian Boult Hall aufgeführt.

Reinhard Palmer schrieb in der Süddeutschen Zeitung vom 13. Februar 2012 unter anderem: "… fand die fernöstliche Romantik … den nötigen Reichtum im Kolorit des Streichquartetts, mal zart lasierend, mal mit folkloristischem Schmiss".

Schon gewusst?
Graham Waterhouse verarbeitet in seinem Streichquartett Chinese Whispers Elemente der chinesischen Musik nach der Spielregel von Stille Post.br> (Wikipedia 3. April 2012)


Gyrations für Streichorchester
UA 28. März 2010, Highgate, London

2009

Rumpelstilzchens Lied und Tanz für Violine und Klavier
Rumpelstilz for violin and piano
UA 31. Januar 2010 in Gräfelfing mit Valerie Steenken, Violine, und Graham Waterhouse, auf YouTube
en: The work was composed for the competition Jugend musiziert.
Valerie Steenken (violin) was awarded a First Prize in the 47th Regional Competition in Munich.
de: Das Werk wurde 2009 für die elfjährige Valerie Steenken aus München komponiert, die es im Januar 2010 beim Wettbewerb Jugend musiziert uraufgeführt hat. Sie erzielte im Regionalwettbewerb in München einen 1. Preis mit Weiterleitung.
Die Märchengestalt der Brüder Grimm ist bekannt für den Vers „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß“. Weniger bekannt ist, dass Rumpelstilzchen auch singen und tanzen konnte, und nicht nur aus Wut. Der erste Teil - Adagio – ist eher lyrisch gehalten, der zweite – Allegro – bringt bewegte, schroffe Intervalle und Seitenwechsel-Figuren ins Spiel.
Das Werk ist von mittlerem Schwierigkeitsgrad, geeignet für fortgeschrittene Jugendliche, aber auch für Studenten und für den Konzertgebrauch.

Montague's March für Violoncello und Klavier
UA 31. Januar 2010

de: Das Werk wurde 2009 für den fünfjährigen Jacob Waterhouse geschrieben. Er spielte es erstmals öffentlich im 47. Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ München-Süd im Januar 2010, am Klavier begleitet von Graham Waterhouse.
Montague ist der Name einer personifizierten Dampflok aus den "Thomas the Tank Engine"-Geschichten. Im Laufe des Stückes werden einige Dampf-Geräusche imitiert sowie das Pfeifen, Zischen, Schnauben und schroffe Schläge, wenn sich die Maschine in Bewegung setzt. Auch die Beschleunigung und die Fahrt mit Volldampf sind musikalisch umgesetzt.
Das Werk ist besonders für junge Cellisten gedacht, die 1 bis 2 Jahre Erfahrung am Instrument haben.

Fantasia sopra „Es ist genug“ für zwei Violoncelli und Klavier

de: Fantasia sopra „Es ist genug“ wurde 2009 geschrieben für zwei Cellistinnen am Edith Stein Gymnasium, die das Werk beim Weihnachtskonzert in der St. Bonifazkirche, München, zum ersten Mal aufführten. Das Thema ist der Arie des Elias aus Mendelssohns gleichnamigem Oratorium entnommen, es wird im Laufe des Stückes zitiert und von frei gestalteten Passagen umrahmt. Das thematische Material ist auf beide Instrumente gleich verteilt. Zu beachten ist, dass das Thema nahtlos von einem Instrument zum anderen übergeht.
Leicht bis mittelleicht (bis 4. Lage)

Trio „In dulci jubilo“ für Flöte, Cello und Klavier

Did you know … that three composers, flutist Jens Josef, cellist Graham Waterhouse and pianist Rudi Spring, each set a Christmas carol for their trio concert at the Gasteig?
(Wikipedia recent additions 4 December 2010)


Gestural Variations op. 43c für Flöte, Violoncello und Klavier - CD
4. Fassung von Gestural Variations
UA 20. Dezember 2009, München

Canto Notturno für Klaviertrio
UA 13. Dezember 2009, München

en: Cast in a single movement, this work has three sections - roughly slow, fast, slow. It opens with dark, mysterious clusters low in the piano, superimposed by high strings moving in parallel and restless rhapsodic lines in the piano's middle range. This combination of sounds establishes the mood and harmonic language and recurs at intervals throughout the piece.
The fast, central section is a kind of night-marish moto-perpetuo using repeated sixteenth notes and piled up clusters of chords. String techniques of ricochet bowing, glissandi and harmonics add to a timbral spectrum. The work closes with elements heard at the outset - high ethereal strings against the deep clusters at the lowest end of the piano.
During the writing of this work the emphasis was not on thematic development or on "programmatic" allusions. Rather the contrasting sonorities of the three instruments, often in extremes, are combined much in the same way an artist applies and mixes colours in a painting.

The Akond of Swat for tenor bassoon, bassoon and piano
premiere July 22, 2009, Birmingham, UK, Annual Conference of the International Double Reed Society

en: "The Akond of Swat" takes its title from the well-known poem from the "Book of Nonsense Poetry" (1877) by the Victorian Poet, Edward Lear. The author paints a truly fantastical and quite Romantic picture of this Muslim religious leader, though it is unlikely the he would have known anything about him.
Lear displays his accustomed virtuosity with words, using outrageous rhymes, and drawing upon a wide range of references covering the boistrously inquisitive ("Is he wise or foolish, young or old?"), philosophical ("Does he study the wants of his own dominion?") to the down-right ridiculous ("Does he like new cream, and hate mince-pies?"). Some of the rhythms and alliterations, as well as the slightly brash, abrasive tone of the poem are mirrored in the music.
The two bassoons, with their subtely different timbres share the discourse and operate variously in tandem or opposed to each other. Towards the end of the work the closing line of the poem ("Some one, or nobody, knows I wot, Who or which or why or what is the Akond of Swat") is quoted by the players. A final flourish closes the work, using the ever-present, syncopated "Leitmotiv" which permeates the entire work and is itself a musical transliteration of the words "Akond of Swat". A slow introduction introduces the two protagonists reed instruments, juxtaposing them to demonstrate their particular sound qualities before combining them. A faster section follows, which eventully culminates in an outlandish "Cadenza" where the two bassoons seem to taunt each other at the top end of their respective spectrums.
The Tenor Bassoon was made to order by Guntram Wolf for Richard Moore and makes its very first appearance as a concertante chamber-music instrument in this piece.

Epitaphium In Memoriam W.R.W., für Streichtrio, Adagio ma con moto - CD
UA 19. Juli 2009 München

en: This concise work of 76 bars was originally conceived for the memorial service of William Waterhouse (1931-2007), but remained unperformed. The opening theme has an archaic, plain-song aspect. The harmonic language is coloured by the "perfect" intervals of fourth, fifth and octave, often coinciding with the open strings and natural harmonics. Later there are dove-tailing "cadenza" passages, as well as pizzicato episodes. Contained within is a hidden reference to the "Requiescant in pace" motive from Britten's War Requiem (the first performance of which WRW participated in). The music fades away with an augmented version of the opening theme in the high register of the violin, accompanied by patterns of fifths on natural harmonics and bell-like pizzicato chords.

de: Epitaphium, ein knappes Werk von 76 Takten, wurde ursprünglich für die Trauerfeier von William Waterhouse (1931-2007) komponiert, blieb aber unaufgeführt. Das eröffnende archaische Thema erinnert an Gregorianischen Gesang. Die harmonische Sprache ist von „reinen“ Intervallen geprägt (Quarte, Quinte, Oktave), die oft mit den leeren Saiten und natürlichen Flageoletten übereinstimmen. Später erscheinen einander überlagernde „Kadenz-Passagen“ sowie Pizzicato-Episoden. Als verstecktes Zitat erscheint das Motiv „Requiescant in pace“ aus Britten's War Requiem (in dessen Uraufführung W. Waterhouse mitwirkte). Die Musik klingt aus mit einer sehr gedehnten Version des Eröffnungsthemas in der hohen Lage der Violine, begleitet von kreisenden Flageolett-Quinten und Glocken-artigen Pizzicati.

Did you know … that Epitaphium, composed for string trio by Graham Waterhouse, is performed today in Wigmore Hall in a memorial concert for his father, the bassoonist William Waterhouse?
(Wikipedia recent additions 16 April 2011)


2008

Phoenix Arising Tribute to William Waterhouse, for bassoon and piano
Premiere 9 January 2009 London
DEA 24. April 2009 Berlin
publ: 2009 Accolade

en: The writing of Phoenix Arising was coloured by thoughts of William Waterhouse* - of his phenomenal energy, his restless intellectual curiosity, as well as his deep conviction in the broad expressive possibilities of “his” instrument. The piece celebrates the unique tonal qualities of the bassoon and the lyrical and the virtuoso elements of both instruments (the piano was also a favoured instrument of WW, indeed the piano section of his library outspanned any other). In general the two instruments complement and support each other, the timbres being integrated, rather than being set off against each other. A further point of departure was the Phoenix legend. According to the ancient Greeks, the earth-bound fledgling arose from the swamps to become a fully-fledged Phoenix and symbolize longevity of life.
The bassoon opens the work at the lowest end of the spectrum, eventually working up to top “e” over rising, bi-tonal piano arpeggios, a combination which returns at the end of the piece. The middle section employs a variation technique remembered from Boeddecker's Sonata sopra la Monica (Strasbourg, 1651), a work performed by WRW in earlier years. The bassoon part weaves in and out of "harmonic patterns" laid down on the keyboard.
Integrated within are WRW's favoured arpeggios of fourths, his long, visceral, low "B-flats", as well as his typical 'warm-up' flourish in "32nds" from top to bottom - coined so as not to be imitable by his colleagues! Before the final "Toccata-like" section, there is a "cantabile" section, in which the bassoon aspires to a voice-like role, expressly claimed by WW as an ideal for wind players to strive for.
The work was commissioned by the Park Lane Group, London, in memory of William Waterhouse and was first performed on 9th January 2009 at the PLG series in the Purcell Room, London by Rosemarie Burton (bassoon) and Christopher White (piano). The first performance in Germany was given at the Symposium of the "Deutsche Gesellschaft für Oboe und Fagott" in Berlin on 24th April 2009 by the same artists.
* WILLIAM WATERHOUSE (1931-2007), bassoonist (member of Melos Ensemble, London Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra), co-founder of British Double Reed Society, teacher (RNCM) and scholar of his instrument (Groves, Langwill Index), was the composer's father and this piece was written as a tribute to his memory.

de: Phoenix Arising wurde im Gedenken an William Waterhouse* komponiert. Seine Energie, seine unermüdliche intellektuelle Neugier und seine tiefe Überzeugung von der expressiven Cantabile-Möglichkeit seines Instrumentes finden Ausdruck in diesem Stück. Die lyrischen und virtuosen Elemente der beiden Instrumente Fagott und Klavier ergänzen einander.
Die Phoenix-Legende, ein alter griechischer Mythos, diente ebenfalls als Inspiration. Sie erzählt von dem kleinen erdgebundenen Jungvogel, der mit der Zeit als prächtiger Phoenix aus den Sümpfen emporsteigt – ein anerkanntes Symbol für Langlebigkeit. Das Fagott beginnt im tiefen Register und erhebt sich, den Phoenix nachahmend, allmählich bis zum hohen „e“. Dazu spielt das Klavier eine Reihe aufsteigender bitonaler Arpeggien, eine Kombination, die zum Schluss in erweiterter Form zurückkehrt.
Im zentralen Teil wird die Variationstechnik aus Boeddeckers Sonata sopra la Monica (Straßburg, 1651), einem von W. WATERHOUSE wieder entdeckten Stück, verwendet. Gegen ein harmonisches Muster im Klavier webt die Fagottstimme zunehmend ornamentierte Passagen. Eingearbeitet sind WRWs unverkennbare Arpeggien in Quarten, lange tiefe B’s, sowie seine charakteristische Einspielübung in "Zweiunddreißigsteln", so gestaltet, dass den Kollegen das Imitieren erschwert wurde. Vor dem letzten Toccata-artigen Abschnitt übernimmt das Fagott in einer Cantabile-Passage eine ausgesprochen gesangliche Rolle. WILLIAM WATERHOUSE hat immer ausdrücklich die menschliche Stimme als Vorbild für das Spielen empfohlen.
Das Werk wurde von der Park Lane Group, London, im Andenken an WILLIAM WATERHOUSE in Auftrag gegeben. Die Uraufführung fand am 9. Januar 2009 in London statt im Rahmen der "PLG Series" im Purcell Room mit ROSEMARIE BURTON (Fagott) und CHRISTOPHER WHITE (Klavier). Dieselben Künstler spielten die deutsche Erstaufführung beim Symposium der Deutschen Gesellschaft für Oboe und Fagott in Berlin am 24. April 2009.
* WILLIAM WATERHOUSE (1931-2007), Fagottist (Mitglied des Melos Ensemble, London Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra), Mitbegründer der British Double Reed Society, Lehrer (Royal Northern College of Music) und Musikwissenschaftler (Groves, Langwill Index), war der Vater des Komponisten, und das Stück wurde zu seinem Andenken geschrieben.

Bright Angel for three bassoons and contrabassoon (3 Fagotte und Kontrafagott)
premiere: Brigham Young University, Provo, Utah, USA
International Double Reed Society Conference 2008
publ: 2009 Accolade

en: "Bright Angel" was written for the IDRS Conference 2008 in Provo, Utah, where it received its first performance given by Michel Bettez, Richard Ramy, Richard Moore and Henry Skolnick under the direction of the composer. In keeping with the American setting of the Congress, the title refers to a piece of American lore. "Bright Angel", the name of a trail in the Grand Canyon, stands for impressions of a hike which the author took from the North Rim into the gorge of the Colorado and up to the South Rim in 1972, aged 9, with his father William Waterhouse (1931-2007) during the latter's year spent at Indiana University.
The piece tries to reflect a sense of wonder and awe at both the majesty and the brutality of Nature. Some of the contours (or recollections of them) are mirrored in the variously undulating and jagged lines. Also recalled during the composition were the perpetually shifting vistas, as well as the toil of tramping out the dusty trail, stumbling over boulders, cowering during a storm.
The musical material is mostly contained within the opening motive, first heard as a solitary voice, before recurring over a wide-spanning accompaniment of arpeggios. The slow, reflective introduction gives way to a faster section, based on an energetic, pulsating rhythm. It is to the tranquil mood of the opening that the work eventually returns, closing on an unresolved chord, to capture the eternity of the Canyon.

de: Das Werk wurde für die Conference 2008 der IDRS in Provo, Utah, USA, komponiert. Es wurde von Michel Bettez, Richard Ramy, Richard Moore und Henry Skolnick unter Leitung des Komponisten uraufgeführt.
Mit Bezug zum Ort der Aufführung greift der Titel einen amerikanischen Begriff auf. "Bright Angel", der Name eines Trails im Grand Canyon, steht für das Erlebnis des Komponisten, als er vom North Rim in die Schlucht des Colorado und hinauf zum South Rim wanderte im Jahr 1972, neun Jahre alt, mit seinem Vater William Waterhouse (1931-2007), der ein Jahr an der Universität von Indiana tätig war.
Das Werk versucht, der Bewunderung und Ehrfurcht vor der Größe, aber auch der Brutalität der Natur Ausdruck zu verleihen. Manche Konturen (bzw. die Erinnerung an sie) sind in verschiedenen geschwungenen und abrupten Linien abgebildet. In Erinnerung waren bei der Komposition auch die immer wechselnden Ausblicke sowie die mühsamen Längen des staubigen Trails, das Stolpern über Steine und das Aushalten eines Sturmes. Das musikalische Material stammt zum größten Teil aus dem eröffnenden Motiv, zunächst als einsame Stimme gehört, dann über einem Geflecht von weitgespannten welligen Arpeggien wiederholt. Die langsame, nachdenkliche Einleitung führt zu einem schnelleren Abschnitt, der auf einem energischen, pulsierenden Rhythmus basiert. Schließlich kehrt das Werk zur ruhigen Ausgangsstimmung zurück und endet auf einem übermäßigen unaufgelösten Akkord - ein Symbol für die „Ewigkeit“ des Canyons.

Did you know … that Bright Angel, composed by Graham Waterhouse for three bassoons and contrabassoon, relates to the Bright Angel Trail of the Grand Canyon which the composer hiked with his father at the age of nine?
(23 April 2011)


Spiral Fragments for violoncello
Maestoso - Allegro - Adagissimo - Pizzicato - Vivace - Maestoso come prima
premiere Cambridge, Churchill College, March 2008
DEA 5. Juli 2008 München Gasteig

en: "Spiral Fragments" was written whilst a "Visiting Fellow" in Cambridge and was presented at a recital of own works in Churchill College in March 2008. The "Spiral" idea manifests itself both in the overall cyclic form of the piece (beginning and ending with a similarly slow movement) as well as in the thematic material within the movements. Often the lines curl back within themselves, suggesting a spiral shape. The movements cover a diverse range of characters, from the serious and impetuous to the desolate and whimsical.

2007

Missa brevis für Chor und Orgel
Kyrie - Sanctus - Agnus Dei
Projekt in St. Martin Idstein am 12. Januar 2008

Belsatzar nach Heinrich Heine, Romanze für Cello und Sprechstimme

Count-Down für vier Celli
DEA Oktober 2007

de: Graham Waterhouse komponierte Count-Down 2007 anlässlich des 60. Geburtstages seines ehemaligen Lehrers am Trinity-College in London, Gordon Pringle. Die Uraufführung dieses Werks spielten 60 Cellisten, alles Schüler Pringles, unter Leitung des Komponisten. Der Titel bezieht sich einerseits auf die imitatorische Natur der Stimmführung - eine Stimme folgt unmittelbar auf die nächste -, andererseits auf Passagen, wo die Takte immer kürzer werden, als eine Art der Verdichtung. Als Hommage an den Lehrer Pringles, Christopher Bunting, und dessen Lehrer Pablo Casals finden sich in Count-Down Zitate aus Casals’ „Sardanas“ und Buntings „Dance-Caprice“. Am Schluss des Werks erklingt einmal der gesamte Tonumfang des Violoncellos von C bis h’’’: fünf Oktaven, 60 Töne, symbolisch für ein 60-jähriges Leben mit dem Cello. Die deutsche Erstaufführung des Werks fand im Oktober 2007 durch das Vuillaume-Cello-Ensemble statt. Es wurde dann festes Repertoire-Stück des Vuillaume Cello Ensembles.

Gruselett nach Christian Morgenstern für drei Sprechstimmen und Streichtrio
UA 2008, Neuss, "Jugend Musiziert"

en: The poem "Gruselett" is taken from Morgenstern’s "Galgenlieder" (1905). It is related to nonsense poetry, popular in England at the time, a well-known example of which is the "Jabberwocky" by Lewis Carroll ("’Twas brillig and the slithy toves did gyre and gimble in the wabe…"). In the German language one thinks of Kurt Schwitters’ Ursonate. The words are chosen as much for their sounds as for their literal or implied meaning and are both a delight and a challenge for the composer attempting to set them.

There is a perennial fascination for re-creating linguistically virtuosic works in other languages. Works such as "Jabberwocky", "Finnegan’s Wake" as well as "Zettel’s Traum" by Arno Schmidt have all appeared in languages other than the original. Morgenstern himself translated Strindberg and Ibsen. There have been several attempts at translating Morgenstern into other languages, notably by Max Knight (1972) and W.D. Snodgrass (1967).

The English translation used here, however, was made by the composer himself and the priority was in the sounds and “speakability” of the words, to ease the task of the performers. The interaction of the words and the music is achieved best when three instrumentalists both play and speak their parts simultaneously, though in theory the playing and speaking could be performed by different people. The parts are to be learned like two-part inventions on a keyboard, the rhythmical flow passing between speaking and playing. A degree of theatricality enhances the dark, mysterious aspect of the piece, and imaginative use of the voice is required from the players.

Variations sur un Thème Normand für Flöte, Violine und Violoncello
Introduction (Andante liberamente)
Normandie Thème (Moderato)
Variation 1 (Poco meno mosso)
Variation 2 (Allegro moderato)
Variation 3 (Moderato)
Variation 4 (Adagio)
Variation 5 (Con moto energico)
Variation 6 (Moderato assai)
Variation 7 & Finale (Allegro alla Polacca)

en: Written in Summer 2007 in Berlin for a concert in Normandy.
The theme is the somewhat sentimental 18th century folk-song "Je veux revoir ma Normandie", and was suggested by a French flautist and is first heard in the violin after a short introduction. Each instrument has its own variation, beginning with the violin. The cello variation reverts to the minor mode. Variation 6 uses entirely harmonics and pizzicato on "white notes". In the last variation, "alla Polacca", two additional French tunes - "J'ai du bon tabac" and "Au claire de la lune" - make an appearance and even threaten to "take over" the preceedings. But it is the contours of the familiar Normandy theme which prevail in a breathless "stretta" coda.

de: Komponiert im Sommer 2007 in Berlin für ein Konzert in der Normandie
Das Thema ist ein etwas sentimentales Volkslied des 18. Jahrhunderts, „Je veux revoir ma Normandie“. Es wurde von einer französischen Flötistin vorgeschlagen und wird von der Violine nach einer kurzen Einleitung vorgestellt. Jedes Instrument hat seine „eigene“ Variation, beginnend mit der Violine. Die „Cello-Variation“ führt in den moll-Bereich. Variation 6 verwendet ausschließlich Flageoletts und Pizzicato-Akkorde, alles auf „weißen Tasten“. In der letzten Variation „alla Polacca“ treten zwei weitere französische Themen auf - „J'ai du bon tabac“ und „Au claire de la lune“ - und es sieht fast aus, als würden sie die Oberhand gewinnen. Aber dann dominieren doch die vertrauten Konturen des Normandie-Themas in der atemlosen Stretta-Coda.

Aases Himmelfahrt nach Henrik Ibsen, für Cello und Sprechstimme
Aase's Ascension after a monologue of Peer Gynt by Henrik Ibsen, for cello and speaking voice
UA 17. Mai 2007 Bodensee Festival
Der Text von Peer Gynts Monolog am Bett seiner Mutter Aase aus dem 3. Akt des gleichnamigen Dramatischen Gedichts von Henrik Ibsen, übersetzt von Hermann Stock, ist als pdf verfügbar.

Das Hexen-Einmaleins nach Goethe, für Cello und Sprechstimme
The Witches One-Times-One after Goethe, for cello and speaking voice
publ: 2009 Heinrichshofen's Verlag, Deutsch, English.

2006

Piano Album
publ: 2006 Lienau Titel Piano Album Acht Klavierstücke
1. Scherzino (1984) - CD
2. Bagatelle (2001) - CD
3. Barcarolle (2002) - CD
4. Holstein Scherzo (1984)
5. Consternation (2003) - CD
6. Hornpipe (2003)
7. Interlude (2002)
8. Monty’s Waltz (2002)

de: Die acht kurzen Klavierstücke entstammen einer längeren Schaffensperiode (1984 bis 2003). Die Kompositionen ergeben in dieser Reihenfolge einen Zyklus. Es bleibt dem Spieler jedoch unbenommen, die Stücke einzeln oder in anderer Folge vorzutragen. Die meisten Stücke sind Freunden und Verwandten gewidmet. Die Kompositionen sind zum einen durch spezifische, immer wiederkehrende Intervalle geprägt, zum anderen durch rhythmisches Wechselspiel. Knappe Motive ziehen sich konsequent durch das jeweilige Stück. So basiert Scherzino (1994) auf einer fallenden Septime mit direkt folgender aufsteigender Terz (E-F-A), woraus sich ein ironisch angehauchter Marsch entwickelt. Bagatelle (2001) greift auf bitonale Techniken zurück. Arabeske Figuren wechseln mit Terzparallelen ab. Barcarolle (2002) spielt mit dem Intervall der Dur-None (G-A). Hornpipe (2000) basiert auf dem rhythmischen Motiv dieses traditionelles Matrosentanzes. Consternation (2003) bleibt atemlos und schwelgerisch vorwärtsdrängend, das Metrum wechselt fast in jedem Takt, unterbrochen von einem rhythmisch konstanten Mittelteil mit sich wiederholenden Terzen.

Animalia nach Gedichten von Hans Krieger für Cello und Sprechstimme: Das Lama, Die Fliege, Der Storch
UA 19. Oktober 2006 durch den Komponisten

Reflections - Variations on a Round, für Orgel und Cembalo
UA 17. September 2006 St. Martin Idstein

Echanges Triples für Oboe, Klarinette und Fagott
UA Albertville, Frankreich April 2006

Confrontations für Cello und Klavier
UA am 4. März 2006 in München
de: Confrontations wurde im Sommer 2004 skizziert und zwischen Juni 2005 und Februar 2006 vollendet. Das Werk wurde im Auftrag von Dr. Walburga Loesch für den Berliner Arzt und Cellisten Dr. Harald Schachinger komponiert.
Die „Gegenüberstellungen” (= “Confrontations”) erfolgen auf mehreren Ebenen:
1) instrumental - die verschiedenen Klangfarben der zwei Instrumente werden das ganze Stück hindurch einander gegenübergestellt. In dem eröffnenden Motiv z.B. spielt das Cello in einer anderen Tonlage „gegen” das Klavier. Erst später im Verlauf des Stückes nähern sich die Texturen von Cello und seinem „gewaltigen Kollegen“ einander an.
2) harmonisch - vom diatonisch Konsonanten ins dissonant Vertrackte
3) rhythmisch - der 12/8-Takt wird verschieden unterteilt.
4) formal - die Abschnitte werden immer anders gegeneinandergestellt.
Das Werk ist durchgehend komponiert. Gegen Ende gewinnt ein synkopiertes lyrisches Thema an Gewicht und entwickelt sich zu einer aufgeregten, atemlosen Coda, die viele der früheren Themen kombiniert.

2005

Psalm 121 „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“ für Chor und Orgel
9. April 2005 Einführung St. Martin Idstein

Der Handschuh (The Glove) nach Schiller, für Cello und Sprechstimme
publ: 2007 Heinrichshofen's Verlag

Duologues für zwei Celli oder zwei Violen oder zwei Violinen
1. Curtain
2. Zig-zag
3. Poltergeist
4. Two and fro
5. Collide-o-scope
6. Toccatuccia
7. Catch 21
de: Duologues sind als Studien im Ensemble-Spiel gedacht. Sie eignen sich auch als Konzertstücke, ähnlich wie die Etudes von Chopin. Die beiden Stimmen können wahlweise solistisch oder mehrfach besetzt werden. Die rhythmischen und intonatorischen Aspekte fordern und stimulieren, genau hinzuhören und auf einander zu reagieren. Beide Stimmen sind gleich schwer und gleich wichtig. Manchmal werden die Stimmen in der zweiten Hälfte getauscht, damit das musikalische Material aus einer anderen Perspektive erlebt werden kann. Die Stücke sind von unterschiedlichem Charakter, der innerhalb eines Stückes konsequent gleich bleibt. Sie wurden auch als Duos für zwei Viola- und zwei Violinstimmen bearbeitet. Mittelschwer bis schwer.

2003

Fagott-Quintett für Fagott und Streichquartett
UA 5. Okober 2003 München

Sechs späteste Lieder nach Hölderlin für Mezzosopran und Violoncello - CD
1) Vorspiel (Cello)
2) Das Angenehme dieser Welt
3) Nicht alle Tage
4) Der Winter
5) Die Aussicht
6) Der Herbst
7) Auf den Tod eines Kindes (Sprechstimme und Cello)
de: Textgrundlage für die Lieder sind „Späteste Gedichte“ von Friedrich Hölderlin. Zwischen 1806 bis zu seinem Tode am 7. Juni 1843 galt Hölderlin als geistig umnachtet. Er verbrachte die ganze Zeit in dem turmartigen Teil eines Tübinger Hauses, gepflegt von dem Tischlermeister Zimmer. Die Verse, die Hölderlin in diesem 36 Jahren noch gelegentlich schrieb, wurden von Freunden gesammelt und sind als „späteste Gedichte“ zusammengefasst. Der „arme Hölderlin“ ist eine Bezeichnung, die in den zeitgenössischen Zeugnissen formelhaft wiederkehrt. Meine Hölderlin-Reflektionen führten zu reiner Cello-Musik, zu auskomponierten Liedern und zu musikalischen Sprachformen. Aus diesen Werken sind sieben Stücke zusammengestellt zu einem Liederzyklus. Die Vertonungen suchen den Dialog zwischen Cello und Gesang.

Sicilian Air op. 56 für Flöte und Klavier - CD
publ: 2004 Zimmermann

en: The first sketches for Sicilian Air were made during the composer's first visit to Sicily in the late 1980s, though it was not until 2003 that the piece was worked into its present form. The characteristic dotted rhythm of the Sicilienne permeates much of the piece, as does perhaps also a certain blend of formality and spontaneity, a feature, so it seemed at the time, of certain Sicilian Baroque palazzi (e.g. Villa Patagonia in Bagheria, near Palermo). The piece is cast in rondo form and lies within the tradition of the "Morceau de Concert" which was en vogue in the 19th century.

de: Erste Entwürfe für das Werk entstanden während der ersten Sizilienreise des Komponisten in den späten 1980er Jahren. Allerdings fand es erst 2003 seine jetzige Form. Es ist geprägt vom charakteristischen punktierten Siciliano-Rhythmus und einer gewissen Mischung von Förmlichkeit und Spontaneität, wie sie bestimmten sizilianischen Palazzi des Barock eigen zu sein scheint, wie der Villa Patagonia in Bagheria bei Palermo. Das Stück ist ein Rondo in der Tradition des „Morceau de Concert“, einem Modestück des 19. Jahrhunderts.

Die drei Musketiere für drei Violoncelli - The Three Musketeers for three Violoncellos
publ: 2004 Hofmeister Die drei Musketiere, Titelseite Hofmeister

2002

Threnody Klagelied für Cello solo
UA 26. Oktober 2002 Musikfest der Münchner Gesellschaft für Neue Musik
publ: 2002 Zimmermann Titel Threnody
Der Rattenfänger von Hameln für zwei Blockflöten


Phantom Castle - Gespensterschloss für zwei Blockflöten
publ: 2006 Zimmermann
Rezension von NIK TARASOV in Windkanal 2006-4:
Der 1962 geborene Komponist Graham Waterhouse gestaltet mit diesem, jugendlicher Fantasie und Können angepassten Charakterstück, ein hübsches kleines Gruselkabinett neuer Spieltechniken: blutleere Hauchtöne, zähneklappernd irisierende Repetitionen, jammernde Glissandi, spitze Schreie im Piepsregister, jagende Staccati spu(c)ken um die Wette und schauerliche Flatterzungen geistern schlotternd einher. So plastisch und verständlich wird moderne Musik tatsächlich zur Wonne. Das Bild der Geisterjagd wirkt sicher „mega“ motivierend. Man benötigt für den bereits „Jugend musiziert“-getesteten Schabernack 2 Sopran- und eine Altblockflöte wechselweise.

Sinfonietta op. 54 für Streichorchester - CD, Review
Allegro risoluto
Adagio ma non troppo
Allegro vivace
Vivace

en: Although the four movements each have a traditional marking, they do not adhere to full-scale symphonic forms. Each movement exists in its own harmonic sound world, and the form of each unfolds, according to the musical material.

de: Die Satzbezeichnungen entsprechen denen einer traditionellen Symphonie, aber an die symphonische Großform im strengen Sinne ist hier nicht zu denken. Jeder Satz bewegt sich in seiner eigenen harmonischen Klangwelt, und seine Form entwickelt sich aus den Eigenschaften des jeweiligen musikalischen Materials.

Streichquartett op. 53
Premiere 5 November 2002 London

2001

Chieftain’s Salute op. 34a
for Great Highland Bagpipe and String Orchestra (für Dudelsack und Streicher) - CD, Review

en: The bagpipes occupy a central place in Scotland's culture and folklore and have accompanied both festive and solemn occasions in public life through the ages. The instrument's repertoire ranges from traditional folk dances to "piobroch" (virtuosic music for a solo piper in which the form is determined by varying degrees of ornamentation.)

In "Chieftain's Salute" both the ceremonial and the jubilant aspect of the instrument are brought to the fore. Like the organ, the pipes are able to play an unbroken melodic line articulated by the characteristic style of ornamentation, the air coming from a reservoir that is constantly replenished by the player. The melodic chanter, tuned to its own particular temperament, is accompanied by three drones.

Few attempts have been made hitherto to combine the bagpipes with classical orchestral instruments, due mainly to conflicts of balance and tuning. A satisfactory balance was achieved in this piece by placing the piper at a distance from the orchestra.

A "Salute" is a piece of music played at a Highland gathering in honour of an individual, in this case the "Chieftain", who is the Head of a Clan.

Chieftain's Salute is a concertante work in which the musical argument is shared equally between the pipes and the strings. First the strings, then the pipes have extended passages alone. As the work progresses soloists and orchestra are combined. On occasion the strings imitate the pipes, taking over the low B flat drones; elsewhere they add harmonic colour to the bare melodic line of the pipes.

Der Dudelsack spielt im Kulturleben Schottlands eine wichtige Rolle. Jahrhundertelang erklang er bei ernsten und heiteren Festen. Sein Repertoire reicht von traditioneller Tanzmusik bis zum virtuosen solistischen „Piobroch“, dessen Variationenform von kunstreichen Verzierungen geprägt wird.

de: Bisher ist selten versucht worden, den Dudelsack mit klassischen Orchesterinstrumenten zu kombinieren, weil seine Stimmung nicht temperiert und sein „Urlaut“-Klang zu durchdringend ist. Seine Vorzüge bleiben so ungenutzt: der Dudelsackpfeifer muss zum Atemholen nicht unterbrechen, sondern kann, wie der Organist, auch weitgespannte melodische Linien ohne Zäsur spielen und mit charakteristischen Verzierungen akzentuieren, weil er nicht direkt in den Klangkörper bläst, sondern mit seinem Atem ein Reservoir immer wieder auffüllt, aus dem die Luftzufuhr zu den Pfeifen gespeist wird. Die melodieführende Diskantpfeife mit ihrer eigentümlich schwebenden Stimmung wird von drei Bordunpfeifen, den "drones", begleitet und untermalt. Das Problem der Lautstärke und unausgeglichenen Klangbalance wurde in Chieftain's Salute durch räumliche Distanz des Dudelsackpfeifers zum Orchester gelöst.

Ein "Salute" ist ein Musikstück, das bei einer Highland-Versammlung zu Ehren einer wichtigen Person, in diesem Fall des "Chieftain", des Clan-Hauptmanns gespielt wurde. Der gravitätische wie der jubilierende Charakter kommen in Chieftain's Salute gleichermaßen zur Geltung.

Das Werk ist konzertant angelegt, als musikalisches Wechselspiel in der Art eines Concerto grosso. Erst die Streicher, dann der Dudelsack spielen längere Passagen allein, im Fortgang des Werks werden Solist und Orchester kombiniert. Die Streicher spielen öfters unisono oder zumindest homophon, um sich gegen die Klanggewalt des Dudelsacks zu behaupten, manchmal imitieren sie seine tiefen "drones", manchmal ergänzen sie seine melodische Linie mit harmonischer Farbe.

(s. Jacobean Salute op. 34)

Flohlied (Song of the Flea) nach Goethe, für Cello und Sprechstimme
publ: 2001 Heinrichshofen's Verlag

en: The satirical text of 'Song of the Flea' is taken from Goethe's 'Faust' (Part 1) and is recited by Mephistopheles during the scene 'Auerbachs Keller in Leipzig'. During a visit to the Liszt House in Weimar I discovered that among the numerous settings of Goethe poems were also fragments of sketches by Liszt for 'Es war einmal ein Koenig' for bass, male-voice choir, and piano. The composition may have been intended for the Goethe celebration in 1849, though the date of the sketches remains uncertain. Liszt may have known Beethoven's setting of the text for voice, choir, and piano from 1810. The distinctive rhythmical scanning, the cynical under-current, and the downright nonsensical element of the text, recalling an English genre of nonsense-poetry, combined to prompt me into attempting a setting of the poem myself. The spoken part of 'Song of the Flea' may be recited either by a second person or by the cellist himself. The part should be declaimed with variety of expression and may carry a discreet hint of sarcasm. Attention should be paid to clear articulation and to the balance between voice and cello. The voice risks being covered, especially in the 'arco'-passages. The player can make use of different colors of pizzicato by plucking nearer the bridge or nearer the fingerboard. It is recommended that pizzicato notes on the C-string (stems pointing upwards) be played with the thumb. For the upper three strings (stems pointing downwards) the second or first fingers may be used. Some players may prefer to play the passages in bars 132 to 136 and 175 to 180 with the first finger. Unless otherwise marked, the note D in pizzicato passages is to be played with open string. Pizzicato notes should be allowed to vibrate. Towards the close of the work, the 'geangte' ('aggrieved') cellist slaps with the left hand irritatedly on his left knee, then on his left cheek, on his right shoulder, and finally, with his right hand, resolutely on the finerboard. Before slapping the fingerboard the bow is swiftly taken by the left hand and the A, D, and G strings damped with the same hand, so that only the C string vibrates. The 'Song of the Flea' was composed in Spring 2000 and was first performed on the occasion of the 70th birthday of Professor Reiner Thomssen, to whom the work is dedicated. The first public performance was in November 2000 in Delmenhorst.

Les Tantrums d'Arlequin für Cello und Klavier (Kontrabass)
Variationen über die Serenade von Riccardo Drigo (1846-1930)
publ: 2001 Zimmermann
Titel Les Tantrums d'Arlequin
de: Les Tantrums d’Harlequin wurde zum 125. Geburtstag des Zimmermann Verlags komponiert, ursprünglich für Cello und Klavier. Die erste Skizzen waren jedoch für Violine und Cello, daraus entstand 2012 eine Konzertfassung für diese Instrumente. Das virtuose, kapriziöse Werk mit hüpfenden Intervallen und launischem Verlauf sollte gleichzeitig Karnevals- wie auch Festtagsstimmung verbreiten.

1999

Furioso op. 52 oder Strepitoso für Bläserquintett, Streichquartett und Kontrabass - PRESSE, Supersize Beethoven

Gestural Variations op. 43b für Oboe, Violoncello und Klavier
3. Fassung von Gestural Variations
UA 31. März 2000 Weimarer Frühjahrstagung für zeitgenössische Musik
3. Preis im Kompositionswettbewerb

Pas de Deux op. 51 für Violine und Violoncello
Grave - Allegro non troppo - Adagio piacevole - Grave - Leggiero e grazioso - Grave
publ: 2000 Hofmeister

en: The title "Pas de Deux" refers to a ballet dance for two protagonists, which variously react with and against each other. Sometimes they are in sympathy with graceful, harmonious movements; elsewhere they provoke each other with abrupt, jerky movements. The episodes are separated by a Grave ritornello, which recurs in different registers throughout the work. At the close the ritornello develops into an extended, chorale-like passage, eventually fading out at the highest extremities of the two instruments.

Am 28. Januar 2008 wurde eine Aufführung des Werkes mit Dozenten der Fritz-Busch-Musikschule in Siegen rezensiert:
Zwar waren deutliche Anklänge an Britten und Schostakowitsch zu hören, aber die Verarbeitung zeigte eigene Klangvorstellungen. Wechsel zwischen zerrissenen Passagen und expressiver Melodik, die noch mehr Ausdrucksintensität vertragen hätte, zeugten schon von eigener Klangsprache.
Besonders interessant aber die Art, wie Waterhouse melodische Sequenzen auf engem Raum aneinander vorbei führt, Reibungen erzeugt und wieder auflöst und auch, wie er die beiden Spieler zum Schluss in die höchsten Regionen ihrer Instrumente schickt - nicht leicht zu realisieren.

Marco Frei schrieb im November 2005 in „neue musikzeitung“:
Dabei zeigte doch das überdeutlich auf Britten und den mittleren Schostakowitsch verweisende Duo für Violine und Cello „Pas de deux“ von Graham Waterhouse, dass auf dem Pfad zurück in die Vergangenheit authentische und intensive Beiträge möglich sind.

Bei Nacht op. 50 für Klaviertrio
Allegro moderato – Più mosso – Tempo I – Tranquillo – Tempo I – Allegro molto – Tempo I – Tranquillo
UA 2000 University of Illinois, US
publ: 2001 Hofmeister

Did you know … that Graham Waterhouse composed the piano trio Bei Nacht (At Night), inspired by a Kandinsky oil painting entitled ''Nacht''?
(Wikipedia recent additions 15 September 2011)

1998

Pastorale für Orgel
publ: 1998 Hofmeister

Hymnus op. 49 for Wind Ensemble (Bläserensemble) - CD, Review
publ: 2000 Hofmeister

en: This work inhabits an austerely coloured sound world, one largely determined by the preponderance of low instruments in the scoring. Originally conceived for church use on the Sunday following All Souls' Day, the work contains predominantly homophonic writing which evokes the ritualistic aspect of a hymn. A solemn chorale, heard three times in the course of the work, is harmonized by pairs of conflicting triads in the bassoons and horns. There are two episodes interspersed between these chorale appearances.

de: Dieses Werk bewegt sich in eine dunkelfarbigen Klangwelt. Die Besetzung lässt die Instrumente in tiefer Lage dominieren. In vorwiegend homophoner Satzweise evoziert die ursprünglich für eine Kirchenaufführung am Totensonntag gedachte Komposition die liturgische Feierlichkeit einer Hymne. Ein gravitätischer Choral wird harmonisiert durch widerstreitende Akkord-Paare der Fagotte und Hörner. Dreimal erklingt dieser Choral, zwei Episoden sind dazwischengeschaltet.

Kreuzverhör op. 48 für Flöte, Oboe und Streichtrio
UA 7.10.1998 München, KLANGSPUREN der Münchener Biennale

Contraventings op. 46 for Contrabassoon
Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
op. 46a for Clarinet - CD
publ: Hofmeister, die Fassung für Kontrafagott 1999, die für Klarinette 2000

en: This piece was originally written for contrabassoon in 1998 and was transcribed for clarinet the same year. It is in a theme and variations format, with a Prelude, six Episodes and a Postlude. It uses a bit of contemporary notation, slap and flutter tonguing, and has a few notes with over-blown harmonics. College level with a duration of about 10 minutes.

Hexenreigen op. 45 for Four Bassoons
USA Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
publ: 1998 Accolade

en: Hexenreigen was written for William Waterhouse as a tribute to his fondness of Goethe. The piece invokes the witches' scene (Walpurgisnacht) from Faust and was inspired by verses of Mephistopheles:
Die Müh ist klein, der Spaß ist groß.
Ich höre was von Instrumenten tönen!
Verflucht Geschnarr! Man muß sich dran gewöhnen.

Berlin 2007:

„… „Hexenreigen” des Zeitgenossen Graham Waterhouse. Die vier Fagottisten präsentierten hier neben tatsächlich etwas tückisch-märchenhaften Akkordwendungen eine Fähigkeit ihres Instrumentes, für die es im Orchester eigentlich weniger bekannt ist: die der rhythmischen Impulsivität.“

Diplo-Diversions op. 44 for Bassoon and Piano
On Her Majesty's Service - The Great Game - Imperial Echoes - Flying the Flag
Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
publ: 2006 Hofmeister

Gestural Variations op. 43a für Klarinette, Violoncello und Klavier - CD
2. Fassung von Gestural Variations

1997

Gestural Variations op. 43 for oboe, bassoon and piano
Premiere IDRS Conference 1997, Northwestern University, Evanston, Illinois USA
by John Dee (oboe), Henry Skolnick (bassoon), José Lopez (piano)
publ: 1998 (op. 43), 1999 (op. 43a) Hofmeister

Moral Song nach Lewis Carroll, op. 42 für Gesang und Klavier - CD
publ: 2002 Hofmeister
de: Textgrundlage ist ein Gedicht von Lewis Carroll. Schon in diesem frühen Gedicht stellt der Autor von „Alice im Wunderland“ seinen virtuosen Umgang mit der Sprache unter Beweis. Moral Song wurde mit der Sopranistin Monika Fröhlich im April 1997 in München uraufgeführt.

Le Charmeur de Serpents op. 39 for Alto and Sopranino Recorder - CD
publ: 1997 Hofmeister
„Le Charmeur de Serpents“ - ein facettenreiches Spiel mit Rhythmik und Ton. Da reihen sich Glissandi und Staccati … Agnes Marc verleiht dieser außergewöhnlichen Komposition den richtigen Charme." SZ 1997

Ode to an Australian Forebear op. 38 for Flute, Marimba, Cello and Didgeridoo
Premiere 5 November 2002 in London

Hale Bopp op. 36/2 für Streichorchester und Knabensopran - CD, Review
UA 1997 mit dem Schweizer „Orchestre d'Yverdon“ unter Leitung des Komponisten
publ: 1998 Hofmeister, mit Celtic Voices op. 36/1

Did you know … that the Comet Hale-Bopp inspired Graham Waterhouse to compose Hale Bopp for string orchestra, which ends with a boy soprano singing How Brightly Shines the Morning Star?
(Wikipedia recent additions 8 August 2010)


en: 1997 was the year of the comet "Hale Bopp", named after the astronomer who first discovered it. An other-wordly atmosphere is evoked by such devices as tremolandi, glissandi and wide spaced scoring. At the climax of the piece, towards the close, the high, tremolo chord suddenly falls quiet and as if from the far distance, from out of the ether, the choral tune "How Brightly shines the Morning Star" may be heard. Attributed to Philipp Nicolai (1597), the plangent melody is given to the voice of a boy treble accompanied by a string quartet. Although strictly speaking the comet is not a star, each has its own place in the celestial firmament and has exercised a like fascination on man over the ages.

de: Dieses Werk stellt das Erscheinen des Kometen „Hale Bopp“ im Jahr 1997 mit musikalischen Mitteln dar. Eine außerirdisch kosmische Atmospäre wird beschworen durch Tremoli, Glissandi und den weitgespannten Klangraum der Instrumentierung. Auf dem Höhepunkt des Werkes kurz vor dem Ende wird der Tremolo-Akkord schlagartig leise, und aus weiter Ferne, wie aus dem Äther, erklingt der von Philipp Nicolai 1597 in Nürnberg komponierte Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, gesungen von einem Knaben und begleitet von einem Streichquartett. Ein Stern im strikten Sinne ist ein Komet zwar nicht, aber jede Himmelserscheinung hat ihren Platz am Firmament, und alle haben von jeher den Menschen fasziniert.

"ESTA news and views" kommentierte 1999:
It is a wonderfully atmospheric piece, inspired by the appearance of the comet of the title. Opening lontano effects with high tremoli give way to expansive melodic lines under-pinned to harmonies which, though chromatic and dissonant, are skillfully laid out for the string orchestra to achieve maximum resonance and intensity … Waterhouse's string-writing is highly accomplished and imaginative … and lies extremely well for all instruments. [Celtic Voices] An impassioned, richly textured piece, it shares thematic elements with its opus partner Hale Bopp … This fine pair of pieces makes a welcome and musically substantial contribution to the repertoire for string orchestra. It provides rich rewards for the players and their audiences.

Hale-Bopp erschien in einer Liste zum Internationalen Jahr der Astronomie 2009:
Waterhouse, Graham "Hale-Bopp" on Portrait 2. English Chamber Orchestra (Meridian CDE 84510). This 1997 piece celebrates the bright comet with scoring that the composer says “evokes an other-worldly atmosphere.” It ends with the 16th century chorale tune “How Brightly Shines the Morning Star.”
music-inspired-by-astronomy

1996

Three Pieces for Solo Cello op. 28, Siegfried Palm gewidmet - CD
revidierte Fassung
Monologue (Moderato assai e risoluto)
Chase (Maestoso-Vivace)
Recitative (Adagio e rubato e molto espressivo)

3. Preis im Kompositionswettbewerb des Verbandes Münchener Tonkünstler, Festakt 29. September 1996 in der Hochschule für Musik München
publ: 1996 Hofmeister
Panicale Music Festival (Italy) 1999
Portland, Ontario, Justin Kagan, Cello (2001)
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Hungarian Polyphony op. 25 für Streichquartett
UA 1987
publ: 1996 Hofmeister
en: This single movement work began in 1984 as a trio for two violins and cello, for outdoor use at the London Covent Garden Market, the brusque opening chords designed to catch the attention of passers by. It is dominated by Hungarian Gypsy scales and Hungarian rhythms (short-short long). It was enlarged into a string quartet in 1986 and the first run through was at the National Chamber Music Course the same year. The work was subsequently shown to the conductor Sergiu Celibidache, who suggested further re-writing and arranged for the work, revised as a string quartet, to be performed by members of the Schleswig-Holstein Orchestra at the 1988 Festival. It was published in 2000.

The work is built around two principal themes themes. After the chordal opening the first appears, irregular in meter and largely based on a scale with sharpened fourth and flattened seventh, common to Hungarian folk music. The resultant ambiguous colouring (D major/E major) pervades the entire work. The second theme, based on a triadic motif is introduced fugally and later appears in a bitonal version. Midway through the piece the momentum is suddenly halted by a brief Adagio before the apotheosis of the work in which the two main themes are contrapuntally combined. The work closes with a reappearance of the opening chords.

de: Hungarian Polyphony geht zurück auf eine Komposition für zwei Violinen und Cello aus dem Jahr 1984. Zwei Jahre später wurde der Satz neu instrumentiert und im August 1987 in Salzau, Schleswig-Holstein von Mitgliedern der Orchesterakademie gespielt. Sergiu Celibidache beeinflusste seine Form und leitete die Uraufführung im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals 1988 in die Wege.
Das Werk ist um zwei Hauptthemen gebaut. Nach einer kurzen Einleitung mit deklamatorischen Akkorden erscheint das erste Thema, charakterisiert durch irreguläre Phrasenlängen und durch die Verwendung einer Zigeuner-Tonleiter mit erhöhter Quart und tiefer Septime, wie sie häufig in der ungarischen Volksmusik vorkommt. Das zweite Thema, auf einem Dreiklang aufbauend, wird als Fugato eingeführt. In der Mitte des Stückes wird die Bewegung plötzlich von einem kurzen Adagio aufgehalten, ehe auf dem Höhepunkt des Werkes die beiden Hauptthemen kontrapunktisch kombiniert werden und das Quartett mit den Akkorden des Anfangs abgeschlossen wird.

bow 'n blow op. 20 for Clarinet and Cello - CD
Allegro Moderato - Adagio Tranquillo - Vivace
publ: 2000 Hofmeister

1995

Celtic Quintet für Streichquartett und Violoncello (revidiert 2013)
Allegro - Grave - Allegro
de: Das Werk war zunächst für Gitarre und Streicher konzipiert, wandelte sich aber bald um zur traditionelleren Besetzung, in der das erste Cello durch die Anwesenheit eines Bassinstruments befreit ist, eine eigenständige Rolle zu spielen. Der keltische Einfluss zeigt sich besonders in einigen phrygischen Tonfolgen in schnelleren Läufen. Formal dreiteilig (ABA), kontrastiert idyllische Musik mit unruhigerem, eher virtuosem Material. Im Adagio erscheint eine weitgespannte Cello-Melodie, die zweimal in verschiedener Instrumentierung auftritt.

Aztec Ceremonies op. 37 - CD
premiere Rotterdam International Double Reed Society congress
publ: 1996 Hofmeister
Aztec, Titelseite Hofmeister

en: Aztec Ceremonies was commissioned by Henry Skolnick and was premiered by him in 1995 at the International Double Reed Society congress at Rotterdam, accompanied by the composer. The composer writes, “During a recent visit to Mexico I visited several archaeological sites, where I was impressed by certain aspects of Aztec ritual. In this piece each of the five sections represents a ceremony honouring a particular deity.” The work is dedicated to Günter Angerhöfer, eminent authority on the contrabassoon, on the occasion of his 70th birthday.

Celtic Voices op. 36/1 für Streichorchester - CD, Review
UA National Chamber Music Course, UK, Dirigent Graham Waterhouse
publ: 1998 Hofmeister, mit Hale Bopp op. 36/2

en: While Celtic art refers to a definale style of decoration, the sources of Celtic music, being less clear, incorporate folk traditions from the Western fringes of the British Isles. This piece explores a predominantly lyrical vein.

de: Keltische Musik hat vielfältige Ursprünge in den unterschiedlichen Volksmusiktraditionen der westlichen Regionen der Britischen Inseln, sie ist darum nicht so eindeutig zu definieren wie keltische Kunst, die man an ihrem charakteristischen Dekorationsstil leicht erkennt. Das Werk ist überwiegend in lyrischem Ton gehalten.

Vier Epigraphe nach Escher op. 35 für Heckelphon, Viola und Klavier
Die Gottesanbeterin - Möbiusband - Reiter - Reptilien
UA 8. April 1995 in München
USA Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
Gerald Corey, Heckelphone, Peter Rosario, viola, Graham Waterhouse, piano
publ: 1998 Hofmeister

Vezza, Limerick für Cello und Sprechstimme - CD
publ: 1997 Hofmeister
Der Text beginnt mit den Worten "Whether the weather be hot", der Titel versucht zu schreiben, wie der deutsche Widmungsträger "wheather" aussprechen würde.

„… eine phantastisch-humorvoll begeisternde Gedichtserzählung mit dramatischer Begleitung - einfach umwerfend …“ Hannoversches Tageblatt 1999

1992

Jacobean Salute op. 34 für Bläserquintett, Streichquartett und Kontrabass
(spätere Fassung für Dudelsack und Streichorchester Chieftain’s Salute op. 34a)
UA 8. April 1995 in München
publ: 2003 Lienau
s. PRESSE

Werner Ludwig Merkle empfahl im April 2005 das Werk zur Verwendung in Musikschulen:
Eine Kammersinfonie mit historisch schottischem Programm. Tonale Anlage; pastorale wie melancholische Felder wechseln mit Abschnitten, die traditionellen Tanzformen wie Jig oder Reel nahe stehen. Reizvoll erscheint die heterophon und komplementär-rhythmische Musizierweise. Neben Oboe, Klarinette, Horn und Fagott wird die Flöte (auch Piccolo zu blasen) sehr charakteristisch eingesetzt. Auf die Arbeit an Musikschulen bezogen, sollte das interessante Stück zunächst mit einem Dirigenten studiert werden. Auch eine chorische Streicherbesetzung scheint möglich und sinnvoll.

Praeludium for Piano op. 32 - CD
UA 1993 London
publ: 2002 Lienau
Titel Praeludium op. 32 für Klavier en: This virtuoso composition was written in 1992 and premiered in London in 1993. Two themes are juxtaposed: a rhythmic-chromatic one and a lyrical theme with complex chordal superimpositions which are further developed in a cadenza before a recapitulation of the opening material. A coda with bravura cascades of octaves and sevenths closes the work in a striking finale.
de: Das Werk wurde 1992 in London und München geschrieben und 1993 in London uraufgeführt. Es wurde als virtuoses Konzertstück mit der Grundidee konzipiert, die spezifischen Charakteristika des Klaviers auszuschöpfen, wie seinen enormen Tonumfang, seine perkussiven und lyrischen Qualitäten sowie seine besondere Eignung zur Figuration.
Die Komposition beginnt mit einem vorwärtsdrängenden chromatischen Thema in der linken Hand, umspielt von kreisenden Sechzehntelfiguren in der rechten. Bald entwickeln sich diese zu irregulären 3er-Gruppen, aus denen neue, selbstständige Phrasen hervortreten , so dass eine Art rhythmische und melodische Polyphonie entsteht. Eine Kadenz aus alternierenden verminderten Quinten und Dur-Terzen nimmt das Anfangstempo wieder auf und führt in eine variierte Reprise des Anfangsmaterials. Das lyrische zweite Thema kehrt in einer Coda wieder, diesmal mit den kreisenden Sechzehntelfiguren kombiniert. Diese nehmen an Intensität zu, brechen schließlich in eine "Bravura"-Kaskade aus Oktaven und Septimen aus und führen das Werk zu einem energischen Schluss.

Die neue musikzeitung schrieb im Mai 2005:
Der in München lebende, erfolgreiche englische Komponist und Cellist Graham Waterhouse, überrascht stets mit seinem attraktiven Einfallsreichtum im Bereich von Cello, Kammermusik, Instrumentalkonzert und Klavier. Sein sechsminütiges Praeludium entpuppt sich als dramatisches Konzertstück mit sprudelnden Figurationen, lyrischen Einschüben, polyphonen Elementen, harmonischen Raffinessen und einem zielstrebig gesteigerten, enormen Schluss. Empfehlung: ein Reißer romantischer Prägung aus dem unmittelbar zeitgenössischen Musikschaffen.

1991

Nonett op. 30 für Bläserquintett, Streichtrio und Kontrabass - PRESSE
publ: 2003 Lienau

Mouvements d’Harmonie op. 29 für Bläserensemble - CD, Review
Premiere 24 May 1991 London, Purcell Room
USA Premiere 6 June 1998 Tempe, Arizona, U.S.
publ: 2000 Accolade

en: The title refers ambigously both to shifts of harmony and to movements scored for winds. The work was first performed at the "Purcell Room“, London, on the occasion of the 60th birthday concert of the composer's father, the bassoonist William Waterhouse.

de: Mouvements d’Harmonie wurde 1991 in München komponiert und vom „Royal Northern College Wind Ensemble“ im „Purcell Room“, London uraufgeführt. Anlass war das Konzert am 24. Mai 1991 zum sechzigsten Geburtstag von William Waterhouse, dem das Werk gewidmet ist. Die Erstaufführung der revidierten Fassung des Werkes mit zusätzlichem Kontrafagott fand im Juni 1998 anlässlich des Kongresses der „International Double Reed Society“ in Tempe, Arizona statt, gespielt von Fakultätsmitgliedern der dortigen Universität. Der Titel ist doppeldeutig: er bezieht sich einerseits auf die harmonischen Entwicklungen und erinnert andererseits an die Musik für Bläser-Ensembles. Formal kann man das Werk als einen Sonatensatz mit langsamer Einleitung auffassen. Auf die Reprise folgt eine Coda, in der die Hauptmotive zusammen erscheinen, das „Maestoso e Grave“ des Anfangs kehrt in erweiteter Form wieder und führt das Werk zu einem ruhigen Schluss.

Three Pieces for Solo Cello op. 28, 1. Fassung, Siegfried Palm gewidmet
Monologue (Moderato assai e risoluto)
Chase (Maestoso-Vivace)
Recitative (Adagio e rubato e molto espressivo)
UA: 1992 Haus Marteau, Lichtenberg, Siegfried Palm Kurs
Aufnahme für Belgrad Radio
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1990

Cellokonzert op. 27
Adagio - Allegro moderato
Andante tranquillo
Allegro con brio
UA 1995 mit dem „Orquesta Sinfónica del Estado de Mexico“ in Toluca und Mexico City
publ: 2000 Hofmeister
2005 Fassung für Kammerorchester in Idstein
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1989

Quintett op. 26 für Piccolo und Streichquartett, Piccolo-Quintett, revidiert 2000 - CD, Review
publ: 2002 Zimmermann Beispielseite Piccolo-Quintett

1985

Toccatina Precipitando für Klavier op. 24/3
publ: 1997 Hofmeister
Toccatina Precipitando for Clarinet, Violoncello and Piano op. 24bis - CD
Toccatina Precipitando für Flöte, Violoncello und Klavier op. 24e (2010) - CD

1984

Chrzaszcz op. 23, Fassung für Flöte, Violine und Violoncello - CD publ: 1996 Hofmeister

1982

Jig, Air and Reel op. 9 für Streichorchester (1982/1997) - CD, Review
UA 1998 Miesbach, Streicher-Freizeit
publ: 2001 Hofmeister Jig, Air and Reel, Titelseite Hofmeister

en: Derived from sketches dating back to University days, this piece was written for a young string players' course some 15 years later. Each movement is nominally based on one or more traditional folk melodies taken from "The Dancing Master's Fiddle Book". Whilst the tunes are quite simple, the instrumentation admits "divisi" scoring and independent voice-leading, thus exploiting the full registers of the string instruments.

de: Die ersten Skizzen entstanden schon in der Studienzeit, aber ausgearbeitet und abgeschlossen wurde die Komposition erst 15 Jahre später, uraufgeführt 1998 beim Streicher-Freizeit-Kurs im oberbayerischen Miesbach.

Die drei Sätze basieren auf traditionellen Volksweisen aus "The Dancing Master's Fiddle Book". Die Themen sind schlicht, doch die Instrumentierung verwendet Kunstgriffe wie Teilung der einzelnen Streichergruppen und eigenständige Stimmführung und nutzt so den vollen Klangraum der Streichinstrumente.

Eine Fassung für Orchester entstand 2004.

1980

Perky Rondo op. 4 für Violine und Violoncello
publ: 2006 Varner

1979

Apple Picking nach Sir Geoffrey Shakespeare, op. 5 für Gesang und Klavier - CD
publ: 1998 Hofmeister
de:. Apple Picking entstand 1979, als der Komponist Schüler an der Highgate School in London war. Der Text stammt von Sir Geoffrey Shakespeare (1893-1981), der Parlamentsmitglied der Liberalen und zeitweise Schulbeirat war.

1978

Polish Suite op. 3 für Klaviertrio
publ: 2001 Hofmeister
Polish Suite, Titelseite Hofmeister

Sextett d-Moll op. 1 für Streicher (revidiert 2013)

Noten bestellen können Sie direkt bei den Verlagen oder auch hier.